Schulwechsel können Psychose-Risiko erhöhen

Schulwechsel können Psychose-Risiko erhöhen

Psychische Erkrankungen / Störungen

27.02.2014 Forscher aus dem Vereinigten Königreich konnten zeigen, dass das Wechseln der Schule das Risiko für psychotische Symptome in späteren Jahren erhöhen kann.

Psychose-ähnliche Symptome

Sie stellten fest: bereits im frühen Jugendalter erhöht sich das Risiko für Psychose-ähnliche Symptome um bis zu 60 Prozent, wenn die Schule in der Kindheit gewechselt wird.

Psychose-ähnliche Symptome im Jugendalter wiederum sind stark mit psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter einschließlich psychotischer Störungen und Suizid verbunden, sagen die Forscher.

Studienleiter Dr. Swaran Singh erklärte: „Schulwechsel können sehr anstrengend und stressend für Schüler sein. So belastend, dass der Prozess des Schulwechsel selbst schon das Risiko für psychotische Symptome erhöhen kann – unabhängig von anderen Faktoren. Aber, kommt noch Bullying (Mobbing in der Schule) hinzu, das manchmal in Folge eines Schulwechsels auftritt, verschärft sich das Risiko für die Betroffenen.“

Schulwechsel können Psychose-Risiko erhöhen

Die Studienteilnehmer wurden im Alter von 12 interviewt, um das Vorhandensein von psychoseähnlichen Symptomen – wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Denkstörungen – der vorangegangen sechs Monate zu beurteilen.

Diejenigen, die dreimal oder öfter die Schule gewechselt hatten, zeigten mit 60 prozentiger Wahrscheinlichkeit eher mindestens ein definitives psychotisches Symptom.

Minderwertigkeitsgefühle und soziale Niederlage

Die Autoren sagen, dass Schulwechsel oft zu Minderwertigkeitsgefühlen und dem Empfinden sozialer Niederlagen führen können.

Dieses Gefühl ausgeschlossen zu sein, könnte auch physiologische Folgen haben, die zu einer Sensibilisierung des mesolimbischen Dopaminsystems führen. Dies wiederum erhöht das Risiko psychotischer Symptome bei anfälligen Personen.

Die Forscher legen nahe, die Schulmobilität junger Leute bei der klinischen Einschätzung psychotischer Störungen zu beachten. Dies sollte angesichts dieser ernsthaften und potentiell langanhaltenden Folgen untersucht und Schülern nach einem Schulwechsel geholfen werden, sich in die neue Umgebung besser einzuleben.

Quelle: University of Warwick, Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, Feb. 2014

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