Psyche und Haut, Hauterkrankungen

Psyche und Haut, Hauterkrankungen

Psychosomatik / Somatopsychologie

Zusammenhang zwischen Stress und Hautproblemen

24.11.2015 Eine neue Studie von Forschern der Temple University konnte eine Verbindung zwischen einem erhöhten Niveau an psychischen Stress und Hautbeschwerden bei Studenten bestätigen.

Die Studie befragte 5.000 Studenten (finale Stichprobengröße: 422) über eine webbasierte Umfrage zu dem von ihnen wahrgenommenen psychischen Stress und ihren Hautproblemen.

hautmaske
Bild: Iva Balk

„Vorherige Studien haben schon auf einen Zusammenhang zwischen Stress und Hautveränderungen hingewiesen, aber diese Studien waren klein, benutzten keine genormten Messungen, beruhten auf Erzählungen oder richteten ihre Analysen auf eine einzelne Hautkrankheit“, sagte Koautor Gil Yosopovitch in der Zeitschrift Acta Dermato-Venereologica.

Die Befragten wurden in drei Gruppen eingeteilt: wenig Stress, moderater Stress und starker Stress.

Liste der Hautbeschwerden

Verglichen mit den wenig gestressten Teilnehmern, litten die stark gestressten deutlich häufiger unter

  • Pruritus (juckende Haut);
  • Alopezie (Haarausfall);
  • öligen, wachsartigen oder brüchigen Stellen auf der Kopfhaut;
  • Hyperhidrosis (lästiges Schwitzen);
  • schuppiger Haut;
  • Onychophagie (Fingernagelkauen);
  • juckendem Ausschlag an den Händen und
  • Trichotillomanie (krankhaftes Haareausreißen).

Es gab keinen Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen psychischen Stressausprägung und Auftreten von Pickeln, trockenem/wundem Ausschlag, Warzen und anderen Unreinheiten im Gesicht.

Trotz einiger Studienlimitationen (z.B. wurden die Hautsymptome nicht durch ärztliche Untersuchungen festgestellt) hält Dr. Yosipovitch die Resultate für Hautärzte wichtig.

„Unsere Befunde zeigen, dass Ärzte, Dermatologen diese Patienten nach den von ihnen wahrgenommenen Ausmaß an psychischen Stress fragen sollten. Krankheitsschübe oder Verschlechterung weisen nicht immer unbedingt auf ein Nicht-Ansprechen auf die Behandlung, wenn starker Stress vorliegt.“

Außerdem legen die Befunde nahe, dass auch nicht-pharmakologische Behandlungsmaßnahmen berücksichtigt werden sollten, wenn die Patienten unter Erkrankungen der Haut und einem erhöhten Stressniveau leiden, schloss er.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Temple University, Acta Dermato-Venereologica; Nov. 2015

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