Behandlung von PTBS und Alkoholabhängigkeit

Behandlung von PTBS und Alkoholabhängigkeit

Psychische Störungen – Traumata – Alkoholismus

10.08.2013 Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung, die zuviel Alkohol trinken, können von einer gleichzeitigen Behandlung ihrer Probleme profitieren, sagt eine neue Forschungsstudie.

Behandlungsprobleme bei Alkoholismus und PTBS

Bislang wurden posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) erst behandelt, nachdem die Patienten aufgehört haben zu trinken. Denn es bestand die Sorge, dass Psychotherapie die Erinnerungen so aufwühlt, dass der Drang zu trinken sehr stark wird, sagen die Forscher.

„Die Kombination eines Medikaments, das den Drang zu trinken verringert, und Psychotherapie ist sehr wirkungsvoll bei der Reduzierung sowohl der PTBS als auch des Trinkens“, sagte Edna Foa, Professorin für klinische Psychologie an der Universität von Pennsylvania, USA.

Naltrexon + Expositionstherapie

Für die Studie verglich Foas Team die Wirksamkeit des Medikaments Naltrexon, welches für die Behandlung von Alkoholabhängigkeit eingesetzt wird, zusammen mit einer verlängerten Expositionstherapie – eine PTBS Behandlung, die verlangt sich den furchtauslösenden Erinnerungen, Situationen oder Plätzen zu stellen, die die Patienten vermeiden.

In der Studie wurden 165 Personen mit PTBS und Alkoholabhängigkeit zufällig

  • einer verlängerten Expositionstherapie plus Naltrexon,
  • einer verlängerten Expositionstherapie plus Placebotablette,
  • einer stützenden beratenden Behandlung plus Naltrexon oder
  • einer stützenden beratenden Behandlung plus Placebo zugeteilt.

Die verlängerte Expostionstherapie bestand aus 12 wöchentlichen 90-minütigen Sitzungen, gefolgt von sechs zwei-wöchentlichen Sitzungen.

Vergleich der Behandlungen

Das Trinken von Alkohol reduzierte sich in allen vier Gruppen, fanden die Forscher. Patienten, die Naltrexon erhielten, tranken jedoch am wenigsten, während diejenigen, die das Placebo einnahmen, am meisten tranken.

Die PTBS Symptome nahmen ebenfalls in allen Gruppen ab. Die Wirkung der verlängerten Expositionstherapie allein war nicht signifikant, sagten sie.

Sechs Monate, nachdem die Behandlungen eingestellt worden waren, zeigten alle Gruppen einen Anstieg des Alkoholkonsums, aber diejenigen, die Expositionstherapie plus Naltrexon erhalten hatten, tranken weniger als diejenigen der anderen Gruppen, fanden die Forscher.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität von Pennsylvania, August 2013

Mehr zu: Alkoholismus, Posttraumatische Belastungsstörung, Psychotherapie.

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