PTBS bei Gynäkologen u. Geburtshelfern

PTBS bei Gynäkologen u. Geburtshelfern

Psychische Störungen – Traumata

Arbeitsplatzbedingte posttraumatische Belastungssymptome bei Geburtshelfern und Gynäkologen

08.02.2020 Eine in BJOG: An International Journal of Obstetrics and Gynaecology veröffentlichte Studie hat die Prävalenz (Auftretenshäufigkeit) arbeitsbedingter posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) unter GeburtshelferInnen und GynäkologInnen untersucht.

Ärzte können bei der Arbeit Ereignissen begegnen, die sie als traumatisch empfinden, und Geburtshelfer und Gynäkologen sind möglicherweise besonders gefährdet.

Während die Mehrzahl der Geburten ohne weiteres zu positiven Ergebnissen führt, kommt es zu unerwünschten Ereignissen, bei denen eine zuvor gesunde Mutter oder ihr Baby plötzlich dem Risiko einer schweren Verletzung oder des Todes ausgesetzt ist.

PTBS-Symptomgruppen

arzt
Bild: pixabay

Die Exposition gegenüber einem Trauma in der Geburtshilfe kann zu einer arbeitsbedingten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) führen. Diese wird definiert als eine psychologische Reaktion auf die Exposition gegenüber einem Ereignis, das den tatsächlichen (oder drohenden) Tod oder eine schwere Verletzung beinhaltet und durch vier Symptomgruppen gekennzeichnet ist:

  • Intrusive Gedanken (z.B. aufdringliche Gedanken oder Bilder, Rückblenden);
  • Vermeidung / Verdrängung von Erinnerungen;
  • Arousal / Aktivierung des zentralen Nervensystems (z.B. „nervöses“ Gefühl) und
  • negative Veränderungen von Überzeugungen oder Stimmung (z.B. Wut, Schuldgefühle).

Um die Erfahrungen von Geburtshelfern und Gynäkologen (Obstetricians and Gynaecologists – O&G) mit arbeitsbedingten traumatischen Ereignissen zu untersuchen, führten Forscher um Pauline Slade von der University of Liverpool eine Studie durch, um die Prävalenz und die Prädiktoren von posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), die Auswirkungen auf das persönliche und berufliche Leben und den Unterstützungsbedarf zu ermitteln.

Die Umfragedaten von 1.095 Personen und 43 Tiefeninterviews mit traumaexponierten Teilnehmern wurden analysiert.

Einige Resultate:

  • Zwei Drittel der Teilnehmer berichteten über die Exposition gegenüber traumatischen arbeitsbedingten Ereignissen. Davon berichteten 18% der befragten Gynäkologen und Geburtshelfer über klinisch signifikante PTBS-Symptome.
  • Mitarbeiter farbiger oder ethnischer Minderheiten waren einem erhöhten Risiko für PTBS ausgesetzt.
  • Klinisch signifikante PTBS-Symptome wurden mit geringerer Arbeitszufriedenheit, emotionaler Erschöpfung und Depersonalisation in Verbindung gebracht, d.h. Menschen wie Objekte behandelt.
  • Zu den organisatorischen Auswirkungen gehörten krankheitsbedingte Fehlzeiten und die „ernsthafte Erwägung, den Beruf aufzugeben“.
  • 91% wünschten sich ein Unterstützungssystem.
  • Die Kultur in Geburtshilfe und Gynäkologie wurde als Hindernis für die Unterstützung bei Traumata betrachtet.

Es wird eine Strategie zur Bewältigung der Auswirkungen von Traumata am Arbeitsplatz vorgeschlagen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: BJOG: An International Journal of Obstetrics and Gynaecology – DOI: 10.1111/1471-0528.16076

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