Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bei Schizophrenie

Psychische Krankheiten, schizophrene Störungen

Transkranielle Magnetstimulation hilfreich bei der Behandlung der Negativsymptome von Schizophrenen

04.02.2019 Eine im Fachblatt American Journal of Psychiatry publizierte Studie zeigt, welche neurologische Ursache der negativen Symptome (Negativsymptomatik oder Minussymptome) der Schizophrenie zugrundeliegen, und dass die nicht-invasive transkranielle Magnetstimulation (TMS) diese Symptomatik verbessern kann.

Behandlung der Negativsymptomatik

Es gibt bislang keine wirksamen Behandlungsmethoden für die "negativen Symptome" der Krankheit - sogenannt, weil sie einen Verlust der normalen Funktion mit sich bringen.

Zu den Minussymptomen der Schizophrenie gehören die Unfähigkeit, Freude zu empfinden (Anhedonie), mangelnde Motivation und Schwierigkeiten bei der nonverbalen Kommunikation.

Netzwerk zwischen präfrontalen Cortex und Kleinhirn

Transkranielle Magnetstimulation
Bild: Eric Wassermann, NIH

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass diese Symptome aus einem Versagen in einem Netzwerk zwischen dem präfrontalen Cortex des Gehirns und dem Kleinhirn (Cerebellum) resultieren.

Darüber hinaus zeigte das Team, dass TMS die Funktion dieses wichtigen Netzwerks wiederherstellt, was wiederum die schwächendsten und behandlungsresistentesten Symptome der Schizophrenie bei Patienten mit dieser Krankheit verbessert.

Verortung der negativen Symptome

In Phase eins dieser zweistufigen Studie untersuchten Roscoe O. Brady vom Beth Israel Deaconess Medical Center und Kollegen mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) die Gehirne von 44 Patienten mit Schizophrenie.

Ihre Analyse ergab, dass ein Ausfall der neuronalen Konnektivität zwischen präfrontalem Cortex und Kleinhirn mit schwereren Negativsymptomen verbunden war. Das fragliche Netzwerk war nicht mit Halluzinationen oder Wahnvorstellungen verknüpft.

Behandlung mit TMS

Als nächstes verabreichten sie entweder eine aktive transkranielle Hirnstimulation oder eine Scheinbehandlung (Placebo) als Kontrolle. Die Teilnehmer erhielten zwei Gehirnstimulationssitzungen pro Tag, vier Stunden voneinander entfernt, für fünf aufeinander folgende Tage.

Nachfolgende Hirnscans und klinische Untersuchungen ergaben, dass Patienten mit Schizophrenie, die nach der Magnetstimulation eine erhöhte Konnektivität zwischen dem präfrontalen Cortex des Gehirns und dem Kleinhirn aufwiesen, ebenfalls eine Verringerung der Symptomschwere erreichten.

Für einige Menschen mit Schizophrenie hatte die transkranielle Magnetstimulation eine starke Wirkung, für andere war sie nicht so stark, sagte Brady. In allen Fällen erklärte die erneute Verbindung des Netzwerks, wie sehr sich der Patient verbessert hat.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: American Journal of Psychiatry - DOI: 10.1176/appi.ajp.2018.18040429

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