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Negative Kindheitserfahrungen und Depressionen

Hirnveränderungen aufgrund der Auswirkungen negativer Lebensereignisse in der Kindheit können depressive Symptome im späteren Leben vorhersagen

Negative Kindheitserfahrungen und Depressionen

07.12.2023 Neue in der Zeitschrift JCCP Advances veröffentlichte Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass das Erleben negativer Lebensereignisse in der Kindheit mit einem höheren Risiko für die Entwicklung von Depressionssymptomen im jungen Erwachsenenalter verbunden ist. Die Ausdünnung des orbitofrontalen Kortex (einer Hirnregion, die für Emotionen zuständig ist) während der Adoleszenz wurde ebenfalls mit einer Zunahme depressiver Symptome im späteren Leben in Verbindung gebracht.

Die Studie umfasste bildgebende Untersuchungen des Gehirns, die bei 321 Teilnehmern zu vier Zeitpunkten im Alter von 14 bis 22 Jahren durchgeführt wurden. Außerdem verwendeten die Forscher zum ersten Zeitpunkt einen Fragebogen, um die negativen Lebensereignisse zu erfassen, und untersuchten zum vierten Zeitpunkt auf depressive Symptome.

Eine höhere Belastung durch negative Lebensereignisse, ein dickerer orbitofrontaler Kortex im Alter von 14 Jahren und eine beschleunigte Ausdünnung des orbitofrontalen Kortex während der Adoleszenz sagten die depressiven Symptome junger Erwachsener voraus. Die Forscher konnten keinen Zusammenhang zwischen negativen Lebensereignissen und der Dicke des orbitofrontalen Kortex feststellen.

“Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine Bewertung der negativen Lebensereignisse im Kindes- und Jugendalter zusätzlich zu den aktuellen negativen Lebensereignissen in der klinischen Psychologie und Psychotherapie gerechtfertigt sein könnte, um Personen mit einem Risiko für Depressionen zu ermitteln”, schreiben die Autoren.

“Darüber hinaus könnte eine beschleunigte Ausdünnung der präfrontalen Kortikalbereiche ein zusätzlicher Risikofaktor für die Entwicklung depressiver Symptome sein, dem bei der Prävention psychischer Störungen bei jungen Erwachsenen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte”.

© Psylex.de – Quellenangabe: JCPP Advances (2023). DOI: 10.1002/jcv2.12210

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