Suizid / Selbstmord und das Gehirn

Selbsttötung - Freitod

Gehirnscans könnten Hinweise auf Suizidrisiko geben

15.10.2019 Forscher der University of Utah Health und der University of Illinois in Chicago haben Unterschiede in der Hirnvernetzung identifiziert, die mit suizidalem Verhalten bei Menschen mit Stimmungsstörungen in Verbindung gebracht werden könnten.

Die in der Fachzeitschrift Psychological Medicine veröffentlichte Studie liefert einen vielversprechenden Hinweis auf Hilfsmittel zur Prognose von Suizidrisiken, schreiben die Studienautoren.

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Bild: Gerd Altmann

Die Studie verwendete funktionelle MRT (fMRT), die das Gehirn scannte, während die Teilnehmer ausgeruht und ruhig waren, um die Konnektivität dieser Vernetzung bei 212 jungen Erwachsenen zu erfassen.

Die Studienpopulation umfasste Personen

Alle Studienteilnehmer mit Stimmungsstörungen waren in Remission.

Default Mode Network und Cognitive Control Network

Im Vergleich zu anderen Studienteilnehmern - auch solchen mit Stimmungsstörungen und früheren Suizidgedanken - zeigten Teilnehmer mit früheren Suizidversuchen weniger Konnektivität im CCN (cognitive control network) und zwischen CCN und DMN (default mode network) - neuronale Schaltkreise, die mit kognitiver Kontrolle und Impulsivität verbunden sind.

Diese Unterschiede könnten ein Ziel für die Behandlung darstellen, zum Beispiel mit neuromodulatorischen Ansätzen. Wenn wir herausfinden könnten, wie wir die Konnektivität innerhalb dieses Gehirnnetzwerks verbessern können, könnten wir das Suizidrisiko in Zukunft reduzieren, sagt Jonathan P. Stange.

Zuvor seien allerdings weitere, längere Studien mit mehr Teilnehmern erforderlich, schreiben die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Psychological Medicine - https://dx.doi.org/10.1017/S0033291719002356

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