Strategien zur Kommunikation mit Krebspatienten

Achten Sie auf Ihre Worte: Die Kommunikation von Onkologen kann Patienten mit fortgeschrittenem Krebs schaden

Strategien zur Kommunikation mit Krebspatienten

13.09.2022 Die Leidener Psychologinnen Janine Westendorp und Liesbeth van Vliet haben untersucht, welche Art von Kommunikation von schwerkranken Patienten mit Krebs als negativ empfunden werden kann. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden in der Zeitschrift Cancer und auch als Poster veröffentlicht.

Dieses Poster (s. unten Quellenangabe) kann nun leicht in Kommunikationsschulungen für Gesundheitsdienstleister integriert werden. Der QR-Code auf dem Poster führt zu der wissenschaftlichen Studie einschließlich der Ergebnistabelle mit weiteren Beispielen für negative Kommunikation und hilfreiche Alternativen.

Wie fühlen Sie sich?

In ihrer Studie und auf dem Poster zeigen Janine Westendorp und Liesbeth van Vliet eine Reihe von offensichtlich negativen Situationen auf, wie z. B. mangelndes Interesse an der Person selbst oder die Weitergabe von Informationen ohne Einfühlungsvermögen (Empathie). Darüber hinaus stellt sich heraus, dass viele schädliche Kommunikationen recht einfach zu vermeiden sind.

Das Poster zeigt zum Beispiel, dass ein gut gemeintes Kompliment als negativ empfunden werden kann. „Sie sehen gut aus“, entspricht nicht unbedingt dem, was der Patient tatsächlich empfindet. „Manche Patienten nehmen solche Aussagen sogar so wahr, dass sie keinen Spielraum haben, um zu sagen, dass sie sich in Wirklichkeit gar nicht wohl fühlen“, so Van Vliet. Den Psychologen zufolge sollte das Kompliment nicht gänzlich vermieden werden, aber es ist wichtig, den Patienten anschließend auch zu fragen, ob er sich so gut fühlt, wie er aussieht.

Wir sind weiterhin für Sie da

Die Ergebnistabelle enthält den gefürchteten Satz „Wir können nichts mehr für Sie tun“, der von den Patienten als sehr negativ und schädlich empfunden werden kann. Westendorp sagt: „Wenn die Krebsbehandlung nicht mehr wirkt, gibt es immer noch andere Möglichkeiten für die Patienten, wie z. B. Medikamente zur Linderung der Symptome oder psychologische Beratung, um ihnen zu helfen, die Situation zu verarbeiten. Es ist wichtig, dies zu betonen: Wir werden Sie weiter betreuen.“

Auf dem Poster und der dazugehörigen Tabelle geben Westendorp und Van Vliet einen klaren Überblick darüber, welche schädlichen Ausdrücke vermieden werden können, und bieten auch eine konkrete konstruktive Alternative an.

© Psylex.de – Quellenangabe: Cancer (2021). DOI: 10.1002/cncr.34018 und das Poster als PDF

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