Drogen und die Persönlichkeit

Drogen und die Persönlichkeit

Süchte und Abhängigkeiten

Die Persönlichkeitseigenschaften von Drogensüchtigen

11.06.2019 Das psychosoziale Umfeld ist ein Einflussfaktor in Bezug auf die Drogenabhängigkeit. In derselben Umgebung lebende Menschen werden zu Drogenkonsumenten bzw. Drogensüchtigen, während andere abstinent bleiben.

Ist dieser Unterschied nur zufällig oder gibt es wichtige Persönlichkeitsmerkmale, die Menschen helfen, Drogenabhängigkeit zu verhindern? Ist es möglich, das Risiko des Drogenkonsums für verschiedene Persönlichkeitsprofile zu bewerten? Eine psychologische Studie untersuchte, ob dieses Risiko bei verschiedenen Drogen unterschiedlich ist?

Psychologen und Mathematiker um Elaine Fehrman vom Rampton Hospital analysierten Daten über den Einsatz von 18 verschiedenen psychoaktiven Substanzen und fanden Antworten auf die oben genannten Fragen.

Psychologische Hauptbefunde

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Bild: Ulrike Mai

  • Es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen den psychologischen Profilen von Drogenkonsumenten und Nicht-Konsumenten. Daher besteht eine psychologische Prädisposition zur Drogenabhängigkeit.
  • Die psychologische Prädisposition für den Konsum verschiedener Drogen kann unterschiedlich sein. So gibt es beispielsweise einen signifikanten Unterschied zwischen Ecstasy-Nutzern und Heroinkonsumenten.
  • Der Konsum verschiedener Drogen hängt zusammen.

Fünf-Faktor-Modell + Impulsivität und Sensationssuche

Die Details sind wichtiger und interessanter als die allgemeinen Ergebnisse: Der Teufel steckt im Detail, schreiben die Forscher. Die Persönlichkeit wurde durch das moderne Fünf-Faktor-Modell repräsentiert: Neurotik / Neurotizismus, Extraversion, Erfahrungsbereitschaft, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit. Dieses Modell wurde durch zwei weitere Persönlichkeitseigenschaften ergänzt: Impulsivität und Sensationssuche.

Zusammenhänge zwischen verschiedenen Persönlichkeitsprofile und bestimmten Drogen

Im Allgemeinen sind Drogenkonsumenten durch einen höheren Neurotizismus, eine höhere Erfahrungsbereitschaft, eine geringere soziale Verträglichkeit und eine geringere Gewissenhaftigkeit gekennzeichnet, aber es gibt Unterschiede zwischen verschiedenen Drogen.

So weisen Heroinkonsumenten beispielsweise deutlich mehr Neurotik, weniger Extraversion, weniger Erfahrungsbereitschaft, weniger Verträglichkeit und mehr Impulsivität als Ecstasy-Konsumenten auf.

Gewissenhaftigkeit macht immun

Eine hohe Erfahrungsbereitschaft ist typisch für kreative Menschen und gleichzeitig für Drogenkonsumenten. Erfolg im Bildungssystem (nach der Grundschule) und darüber hinaus steht im Zusammenhang mit einer großen Gewissenhaftigkeit.

Menschen, die Pläne erstellen und im wirklichen Leben umsetzen können (hohe Gewissenhaftigkeit), sind gegen Drogenabhängigkeit „immun“. Diese Beobachtung deutet auf die Möglichkeit hin, personalisierte Interventionen einzusetzen, schreiben die Psychologen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Springer, Cham. eBook ISBN, 978-3-030-10442-9; Hardcover ISBN 978-3-030-10441-2, doi.org/10.1007/978-3-030-10442-9

Persönlichkeitsprofile und ihr Zusammenhang mit dem Drogenkonsum junger Menschen

17.10.2019 Feindselige und wettbewerbsorientierte Menschen konsumieren eher Drogen laut einer in Personality and Individual Differences veröffentlichten Studie.

Bei Drogenkonsum bzw. Drogensucht kommen mehrere Faktoren ins Spiel, wie das soziale Umfeld, die Familiengeschichte und die eigenen Erfahrungen. Nun hat eine Forschungsarbeit bestätigt, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale ebenfalls Risikofaktoren sein können.

Laut den Forschern gibt es einen sehr starken Zusammenhang zwischen einer Persönlichkeit, die durch Feindseligkeit und Wettbewerbsorientierung (‚Competitiveness‘, Ehrgeiz) gekennzeichnet ist, und dem Konsum illegaler und legaler Drogen wie Kokain, Cannabis und Halluzinogenen.

Ähnlich wie diese Persönlichkeitsmerkmale ein Risikofaktor sind, haben Menschen, die geduldig / tolerant, weniger feindselig und nicht kompetitiv (weniger ehrgeizig) sind, eine viel geringere Wahrscheinlichkeit, Drogenkonsumenten oder drogenabhängig zu werden. Diese Persönlichkeitsmerkmale sind ein Schutzfaktor gegen Drogenkonsum und haben eine besondere Bedeutung bei Alkohol und Nikotin, schreiben die Forscher um RosarioRuiz-Olivares vom Fachbereich Psychologie der Universität Cordoba, Spanien.

Zur Durchführung der Studie wurden von 3.816 Jugendlichen in der Provinz Córdoba, Spanien, im Alter von 18 bis 29 Jahren soziodemografische und Persönlichkeitsfragebögen ausgefüllt.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Personality and Individual Differences – https://dx.doi.org/10.1016/j.paid.2019.06.015

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