Trauma heilen: Verbindung zwischen PTBS, Emotionsregulation und Lebensqualität

Studie untersuchte Beziehungen zwischen Lebensqualität, Emotionsregulation und Dissoziation bei Personen mit und ohne PTBS

27.07.2021 Frühere Forschungsarbeiten haben einen starken Zusammenhang zwischen Emotionsregulation und Lebensqualität gezeigt. Dennoch haben die bisherigen Studien diesen Zusammenhang weder bei Teilnehmern, die die diagnostischen Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) erfüllen, getestet noch andere erklärende Faktoren statistisch berücksichtigt.

Die Studie

Das primäre Ziel der aktuellen Studie von Craig Polizzi vom Fachbereich Psychologie der Binghamton University und Kollegen war es, die einzigartigen Beziehungen zwischen den Dimensionen der Emotionsregulation und der Lebensqualität zu untersuchen und dabei Dissoziation, Neurotizismus und PTBS-Symptome statistisch zu kontrollieren.

Das sekundäre Ziel war es, die Annahme zu testen, dass der Zusammenhang zwischen PTBS-Symptomen und Dissoziation in einer Stichprobe mit klinisch erhöhter PTBS größer ist als in einer nicht-klinischen Stichprobe.

Dazu wurden Daten von einer unselektierten Studentenstichprobe (N = 502) und einer Unterstichprobe von Teilnehmern mit wahrscheinlicher PTBS (N = 53) unter Verwendung von Selbstberichten erhoben.

Die Ergebnisse

Die Analysen zeigten, dass erhöhte allgemeine emotionale Dysregulation, Dissoziation, PTBS-Symptome, Schuldzuweisung an andere, Neurotizismus und Impulsivität eindeutig mit schlechter Lebensqualität in der Gesamtstichprobe verbunden waren, während erhöhte Dissoziation, Impulsivität und Schuldzuweisung an andere eindeutig mit schlechter Lebensqualität in der Unterstichprobe mit wahrscheinlicher PTBS verbunden waren.

Die Psychologen fanden Hinweise auf einen moderaten Zusammenhang zwischen PTBS-Symptomen und Dissoziation in der wahrscheinlichen PTBS-Substichprobe, aber diese Beziehung war nicht signifikant größer als der Zusammenhang zwischen den beiden Variablen in der Gesamtstichprobe.

Die Forscher schlussfolgern daher, dass Dimensionen der Emotionsregulation (z.B. Dissoziation, Schuldzuweisung an andere, Impulsivität) neue Behandlungsziele für maßgeschneiderte psychosoziale Interventionen zur Förderung der Lebensqualität in der Allgemeinbevölkerung und bei Personen mit PTBS darstellen könnten. Zukünftige Längsschnittstudien mit einer größeren Stichprobe von Traumaexponierten sind notwendig, um ihre Ergebnisse zu replizieren und zu erweitern.

© psylex.de – Quellenangabe: Psychological Trauma: Theory, Research, Practice, and Policy (2021). DOI: 10.1037/tra0000904

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