Wechselseitige Beziehung zwischen Depression und körperlicher Aktivität

Das Zusammenspiel von Depressionssymptomen und körperlicher Aktivität: Bidirektionale Erkenntnisse aus Langzeitstudie

Wechselseitige Beziehung zwischen Depression und körperlicher Aktivität

13.05.2024 Neue Forschungsergebnisse der Universität Toronto zeigen, dass Erwachsene mit mehr Depressionssymptomen in der vorangegangenen Woche seltener über körperliche Aktivität berichten, und dass diese Beziehung in der Regel in beide Richtungen geht: mehr Aktivität ist auch mit einer besseren psychischen Gesundheit verbunden.

Die in der Zeitschrift Mental Health and Physical Activity veröffentlichte Studie klärt damit ein wenig mehr, wie Depressionssymptome und körperliche Aktivität zusammenhängen und sich im Erwachsenenalter gegenseitig beeinflussen.

„Es war überraschend herauszufinden, dass sich gegenwärtige Depressionssymptome zwei bis fünf Jahre später negativ auf das Niveau der körperlichen Aktivität auswirken können, während heutige Inaktivität nicht mit zukünftigen Depressionssymptomen zusammenhängt“, sagt Studienautorin Soli Dubash von der Fakultät für Soziologie der Universität Toronto.

„Aktuelle Depressionssymptome können dauerhafte Auswirkungen haben, aber diese sind möglicherweise weniger stark als die Auswirkungen der aktuellen körperlichen Aktivität“.

Viele Studien zeigen, dass der Besuch eines Fitnessstudios, Tanzen, Gartenarbeit oder regelmäßiges Spazierengehen sowohl die mentale als auch die körperliche Gesundheit verbessern kann, mit ähnlichen Wirkungen wie die Einnahme von Antidepressiva. Die neue Studie untermauert diese Schlussfolgerung und zeigt, dass die wöchentliche körperliche Aktivität mit den wöchentlichen Depressionssymptomen zusammenhängt und dass mehr Bewegung die Stimmung verbessern kann.

„Ein besseres Verständnis der wechselseitigen Beziehung zwischen psychischer Gesundheit und körperlicher Aktivität kann den Menschen helfen, evidenzbasierte Entscheidungen über ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Angehörigen und Gemeindemitglieder zu treffen“, sagt Dubash.

„Es ist wichtig, den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Entscheidungen über die Ursachen und Folgen von körperlicher Aktivität und Depressionssymptomen zu treffen und die Auswirkungen zu verstehen, die mehr – oder weniger – Bewegung auf die Stimmung und die allgemeine Gesundheit haben kann“.

Die Studie verfolgte eine national repräsentative Stichprobe von 3.499 erwachsenen US-Bürgern von 1986 bis 2011 und untersuchte die dauerhaften Auswirkungen von Unterschieden im Ausgangsniveau der körperlichen Aktivität und der Depressionssymptome; wie frühere körperliche Aktivität künftige körperliche Aktivität voraussagt; wie frühere Depressionssymptome künftige Depressionssymptome prognostizieren; und die Stabilität dieser Beziehung im Erwachsenenalter.

In dieser Studie wurde ein neues Verfahren für kausale Schlussfolgerungen eingesetzt, um sicherzustellen, dass diese Berechnungen die Erfahrungen der Menschen in der Welt widerspiegeln. Die Methode bereinigte stabile Merkmale von Personen, einschließlich nicht berücksichtigter Variablen wie individuelle Biologie, familiäre und soziale Kontexte und Lebensgeschichte.

Der Gedanke, dass Depressionssymptome und körperliche Aktivität im Erwachsenenalter zusammenhängen, ist zwar nicht neu, aber eine neue Technik zur Untersuchung der wechselseitigen Beziehungen im Laufe der Zeit ermöglicht es, mehrere alternative Argumente zu berücksichtigen.

„Man kann sich sofort fragen, wie persönliche Faktoren in diese reziproke Beziehung hineinspielen – spielen nicht auch die Genetik oder die frühe Lebensgeschichte eine Rolle?- und genau das können wir mit dieser Methode berücksichtigen, im Gegensatz zu früheren Verfahren, bei denen einige für diese wichtigen Fragen relevante Belege weggelassen wurden“, sagt Dubash.

Insgesamt beeinflussen sich körperliche Aktivität und psychische Gesundheit gegenseitig. Wenn man sich von Woche zu Woche mehr bewegt, kann sich die Stimmung verbessern. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass frühere Depressionssymptome zwar fortbestehen können, ihre langfristigen Auswirkungen jedoch weniger stark sein könnten als die aktuelle körperliche Aktivität. Sie zeigt auch, dass unbehandelte Depressionssymptome im Laufe der Zeit negative Auswirkungen auf das Niveau der körperlichen Aktivität haben können, was wiederum zu zusätzlichen Gesundheitsproblemen führen kann.

© Psylex.de – Quellenangabe: Mental Health and Physical Activity (2024). DOI: 10.1016/j.mhpa.2024.100599

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