Wer schläft besser: Singles oder Paare?

Gemeinsames Schlafen im Vergleich zum Alleinschlafen steht in Zusammenhang mit Schlafgesundheit und psychischer Gesundheit

11.06.2022 Erwachsene, die ihr Bett mit einem Partner teilen, scheinen laut einer neuen Studie weniger unter schwerer Schlaflosigkeit zu leiden, weniger müde zu sein und länger zu schlafen. Sie berichten auch über eine höhere Zufriedenheit mit ihrem Leben und ihren Beziehungen sowie über ein geringeres Maß an Stress, Depressionen und Angstzuständen.

„Auch wenn man neben jemandem schläft, der schnarcht und sich hin und her wälzt, hat das eine positive Wirkung“, behauptet Studienautor Michael Grandner von der University of Arizona in Tucson.

„Es ging nicht nur einfach darum, dass jemand dabei war, denn als die wir die Frage nach einem Kind stellten, waren die Antworten sehr unterschiedlich“, fügte er hinzu.

Studienteilnehmer, die die meisten Nächte mit ihrem Kind in einem Bett schliefen, berichteten über mehr Schlaflosigkeit, mehr Stress und schlechteres psychisches Wohlbefinden am Tag danach.

Für die in der Fachzeitschrift Sleep veröffentlichte Studie analysierten die Forscher Daten von 1.007 Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter in Pennsylvania.

Danach schliefen Personen, die zusammen mit einem erwachsenen Partner schliefen, schneller ein, schliefen länger und hatten ein geringeres Risiko für Schlafapnoe. Diejenigen, die im selben Bett wie ihr Kind schliefen, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für Schlafapnoe, eine ausgeprägtere Schlaflosigkeit und eine geringere Schlafkontrolle.

Die Ergebnisse stehen im Gegensatz zu denen aus einer Laboruntersuchung, in der zusammen schlafende Menschen einen flacheren Schlaf hatten, und dass die Bewegungen des Partners tendenziell eine Aktivierung des Gehirns bewirkten.

Über die Gründe für die neuen Erkenntnisse kann nur spekuliert werden, aber Grandner vermutet, dass Sicherheit oder Sozialisation die Ursache sein könnten. Während des größten Teils der ihrer Entwicklungsgeschichte schliefen die Menschen zum Beispiel in Gruppen um das Feuer herum. Möglicherweise fühlen sich die Menschen einfach sicherer, wenn ein weiterer Erwachsener im Bett liegt.

Zukünftige Forschungen könnten laut Grandner untersuchen, ob Menschen besser oder schlechter schlafen, wenn sie ein Zimmer, aber nicht ein Bett teilen, wie bei einem neuen Trend, bei dem Menschen in zwei Zwillingsbetten schlafen, anstatt gemeinsam auf einer Kingsize-Matratze, wo sie stärker von den Bewegungen des anderen beeinflusst werden.

© Psylex.de – Quellenangabe: Sleep (2022). DOI: 10.1093/sleep/zsac079.009

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Erfahrungen zu “Wer schläft besser: Singles oder Paare?”

  1. Wie wurde berücksichtigt, dass die Schlafqualität neben einem Partner oder Partnerin unnabhängig von der Beziehungsqualität besser oder schlechter ist?
    Sicher ist es auch wichtig, zu differenzieren, auf welcher Matratze oder was für Betten die Leute liegen. Aber ebenso wichtig scheint mir die Konstellation der Menschen, die sich nebeneinander betten.

    Und die Vergleichsgruppe der Alleinschläfer:innen müsste in meinen Augen heterogen aus zufriedenen und „einsamen“ Alleinschläfer:innen bestehen.

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