Wie Eltern ihre Kinder dazu bringen können, mehr Gemüse zu essen

Die positive Einstellung der Erwachsenen beim Verzehr von Gemüse trägt dazu bei, dass Kinder mehr als die doppelte Menge verzehren

16.12.2021 Eltern können ihre Kinder zum Verzehr von Gemüse anregen, wenn diese nicht so gerne Gemüse essen. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Psychologen des College of Health and Life Sciences der Aston University.

Die kürzlich in der Fachzeitschrift Appetite veröffentlichte Studie wurde von Katie Edwards und Kollegen durchgeführt. Kinder die Erwachsene beim Essen beobachteten, nahmen mehr als die doppelte Menge dieses Gemüses zu sich, wenn die Erwachsenen einen positiven Gesichtsausdruck beim Essen zeigten.

Die Studie

Das Team nahm 111 britische Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren in die Studie auf und spielte jedem von ihnen eines von drei Videos vor.

In zwei der Videos wurden den Kindern unbekannte Erwachsene gezeigt, die rohen Brokkoli aßen und dabei entweder einen positiven oder einen neutralen Gesichtsausdruck zeigten. Das dritte Video, das als Kontrolle diente, hatte keinen Bezug zum Essen.

Die Forscher bewerteten dann die Bereitschaft der Kinder, rohen Brokkoli zu probieren. Dies wurde anhand einer siebenstufigen Skala gemessen, die vom Abwenden bis zum Schlucken und Akzeptieren reichte. Der Verzehr des Gemüses wurde anhand der Anzahl der verzehrten Gramm rohen Brokkoli gemessen, und die Anzahl der Verkostungen von rohem Brokkoli wurde untersucht.

Förderung einer gesünderen Ernährung

Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, dass Kinder weniger beliebtes Gemüse wie rohen Brokkoli besser akzeptieren und generell eine gesündere Ernährung bei Kindern fördern. Die Forschung konzentrierte sich hauptsächlich auf kleine Kinder, die noch nie Brokkoli probiert hatten.

Das Team fand heraus, dass Kinder mehr als doppelt so viel von dem Gemüse aßen – nämlich 11 g statt 5 g – als die Kinder der Kontrollgruppe, wenn sie Videoclips sahen, in denen Erwachsene Brokkoli genüßlich verzehrten.

Katie Edwards sagte: Eine Erklärung für die positive Wirkung positiver Gesichtsausdrücke beim Essen könnte darin liegen, dass die Vermittlung von Freude am Essen dem Betrachter Informationen über die Sicherheit und Schmackhaftigkeit der Lebensmittel vermittelt.

Roher Brokkoli war für die meisten Teilnehmer neu. Daher könnten die Kinder mehr Brokkoli gegessen haben, nachdem sie die Erwachsenen bei einem offensichtlichen Genuss beobachtet hatten, weil sie Schmackhaftigkeit annahmen, sagte sie.

Die Forscher waren jedoch überrascht, dass der Anblick von Erwachsenen, die rohen Brokkoli genießen, keinen Einfluss auf die anfängliche Bereitschaft der Kinder hatte, das Gemüse zu probieren.

Die Ergebnisse zeigten dann aber, dass die Kinder mehr als doppelt so viel rohen Brokkoli aßen, nachdem sie Erwachsene gesehen hatten, die mit Genuss rohen Brokkoli aßen, als Kinder, die ein Video ohne Bezug zu Lebensmitteln gesehen hatten. Dies deutet darauf hin, dass ein Lächeln beim Verzehr von grünem Gemüse Kinder dazu ermutigen kann, dieses Gemüse zu probieren und mehr davon zu essen.

Katie fügte hinzu: Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um festzustellen, ob eine einmalige Exposition [mit Erwachsenen, die Brokkoli bzw. anderes Gemüse genießen] ausreicht und ob diese Effekte über einen längeren Zeitraum anhalten.

© Psylex.de – Quellenangabe: Appetite (2021). DOI: 10.1016/j.appet.2021.105779

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