Zahnfleischerkrankungen: Gefahr für die psychische Gesundheit?

Studie zeigt, dass Zahnfleischerkrankungen das Risiko für andere Krankheiten wie psychische Erkrankungen und Herzleiden erhöhen

20.12.2021 Eine in der Fachzeitschrift BMJ Open veröffentlichte Studie analysierte die Krankenakten von 64.379 Patienten, bei denen der Hausarzt eine Anamnese von Parodontalerkrankungen, einschließlich Gingivitis und Parodontitis (die Erkrankung kann auftreten, wenn Zahnfleischerkrankungen unbehandelt bleiben und zu Zahnverlust führen können) festgestellt hatte.

Von diesen Patienten hatten 60.995 eine Gingivitis und 3.384 eine Parodontitis. Die Aufzeichnungen dieser Patienten wurden mit denen von 251.161 Patienten verglichen, bei denen keine Zahnfleischerkrankung festgestellt wurde.

Das Durchschnittsalter der Gruppen lag bei 44 Jahren, 43 % der Patienten waren männlich und 30 % waren Raucher. Auch der Body-Mass-Index (BMI), die ethnische Zugehörigkeit und der Grad der Unterversorgung waren in den Gruppen ähnlich.

Die Forscher untersuchten die Daten daraufhin, wie viele der Patienten mit und ohne Parodontalerkrankung im Laufe einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von etwa drei Jahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Schlaganfall, vaskuläre Demenz), kardiometabolische Störungen (z. B. Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes), Autoimmunerkrankungen (z. B. Arthritis, Typ-1-Diabetes, Schuppenflechte) und psychische Erkrankungen (z. B. Depression, Angststörungen und schwere psychische Erkrankungen) entwickelten.

Psychische Erkrankungen, Herz-Kreislauf- u. kardiometabolische Erkrankungen

Bei Patienten, bei denen zu Beginn der Studie eine Parodontalerkrankung festgestellt wurde, wurden im Vergleich zu Patienten, die zu Beginn der Studie keine Parodontalerkrankung aufwiesen, im Laufe von durchschnittlich drei Jahren mit größerer Wahrscheinlichkeit eine dieser zusätzlichen Erkrankungen diagnostiziert.

Bei Patienten mit Zahnfleischerkrankung zu Beginn der Studie lag das Risiko für die Entwicklung einer psychischen Erkrankung um 37 % höher. Hinsichtlich der Entwicklung einer Autoimmunerkrankung lag das Risiko um 33 % höher, für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung um 18 % und für eine kardiometabolische Störung um 7 % höher (wobei das erhöhte Risiko für Typ-2-Diabetes mit 26 % deutlich höher war).

Coautor Dr. Dawit Zemedikun vom Institut für angewandte Gesundheitsforschung der Universität Birmingham sagte: Unsere Studie liefert eine wichtige Bestätigung von Hinweisen, die zuvor entweder nicht aussagekräftig waren oder Lücken aufwiesen – insbesondere der Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und psychischer Gesundheit.

© Psylex.de – Quellenangabe: BMJ Open 2021;11:e048296. doi: 10.1136/bmjopen-2020-048296

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