Achtsamkeitsmeditation kann bei inneren Konflikten helfen

Krisenbewältigung: Eine achtsame Manipulation wirkt sich positiv auf die emotionale Regulation von Handlungskrisen aus

17.03.2022 Menschen, die auf dem Weg zum Erreichen ihrer persönlichen Ziele mit einem Hindernis zu viel konfrontiert werden – sei es ein wichtiges, wertvolles oder vergnügliches Ziel, können in eine Handlungskrise geraten, in der sie ihr Streben in Frage stellen und sogar aufgeben wollen.

In ihrem Experiment, über das in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Social Psychological Bulletin berichtet wird, empfiehlt ein Forscherteam der Universität von Quebec in Montreal (Kanada) Achtsamkeitsmeditation, wie z. B. Body Scan, als praktikable Methode, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, eine solche Krise zu durchlaufen oder – falls sie dennoch auftritt – die Situation besser zu bewältigen.

Für ihr Experiment rekrutierte das Forscherteam 121 Freiwillige, denen gesagt wurde, dass die Studie den Zusammenhang zwischen fokussierter Aufmerksamkeit und Zielen untersuchen solle. Zunächst wurden die Teilnehmer gebeten, ein wichtiges und aktuelles persönliches Ziel zu nennen, bevor sie ihre Motivation und die Ausgangsmaßnahmen für die Krise angaben. Beispiele für die Ziele waren: „Meinen Bachelor-Abschluss abschließen“ und „einen zweiten Film produzieren“.

Dann wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe führte einen Achtsamkeits-Bodyscan durch, eine Meditationsübung, bei der man sich auf die Empfindungen eines Körperteils nach dem anderen konzentriert. Die andere Gruppe verbrachte ihre 15 Minuten mit dem Lesen von Zeitschriften. Schließlich lasen alle Probanden Szenarien, in denen eine Handlungskrise auf dem Weg zu ihren Zielen beschrieben wurde, und füllten einen Fragebogen aus, um zu ermitteln, wie sie sich in Bezug auf ihre derzeitigen Ziele fühlten.

Nachdem sich bestätigt hat, dass die erste Gruppe bei der Bewältigung des imaginären Unglücksszenarios deutlich besser abschnitt, sind die Forscher zuversichtlich, dass ein mehrwöchiges Achtsamkeitstraining auch bei „echten, vollwertigen Handlungskrisen“ helfen sollte.

„Diese Studie liefert den ersten Beleg dafür, dass Achtsamkeit nicht nur ein Prädiktor für Handlungskrisen ist, sondern auch Einfluss darauf haben könnte, wie Menschen mit ihnen umgehen, wenn sie einmal eingetreten sind“, so das Team.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen auch, wie wichtig es ist, unsere kognitiven und emotionalen Zustände bei der Verfolgung von Zielen wahrzunehmen – beispielsweise durch Meditation – und uns mit Mitgefühl zu behandeln, wenn die Dinge nicht wie geplant laufen.“

Die Forscher verweisen auch auf frühere Erkenntnisse aus der Neurobildgebung, wonach Achtsamkeitstraining, z. B. ein achtwöchiges Programm zur achtsamkeitsbasierten Stressreduktion, in der Lage ist, die Gehirnnetzwerke zu verändern, die an der Beseitigung von Angst beteiligt sind.

© Psylex.de – Quellenangabe: Social Psychological Bulletin (2022). DOI: 10.32872/spb.7225

Ähnliche Artikel / News / Themen




Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).