Alkoholabhängigkeit erhöht das Suizidrisiko erheblich

Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum bzw. Alkoholsucht und Suizidgedanken

09.03.2022 Angesichts neuer Forschungsergebnisse, die schädlichen Alkoholkonsum mit einem erhöhten Suizidrisiko in Verbindung bringen, wird eine Änderung der nationalen Strategie zur Suizidprävention in Neuseeland gefordert.

Die Studie der University of Otago, Christchurch, die im Australian and New Zealand Journal of Psychiatry veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass Alkoholkonsumstörungen (definiert als Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit) das Risiko für Suizidgedanken bei Erwachsenen deutlich erhöhen.

Die von Dr. Rose Crossin vom Department of Population Health geleitete Studie analysierte Daten aus der renommierten Christchurch Health and Development (CHDS)-Studie, einer Geburtskohorte von 1.265 im Jahr 1977 geborenen Kindern. Die Informationen aus der Studienkohorte wurden in fünf Datenwellen erhoben, als die Teilnehmer zwischen 18 und 40 Jahre alt waren.

Vor der Kontrolle der Studiendaten auf gängige Risikofaktoren in der Kindheit und im Erwachsenenalter, wie Trauma, körperliche und psychische Gesundheit und Substanzmissbrauch, war das Risiko von Suizidgedanken durch Alkoholabhängigkeit fast dreifach erhöht, und nach der Kontrolle dieser Variablen war das Risiko von Suizidgedanken bei Alkoholabhängigen immer noch um 50 % höher.

Crossin sagt, dass dieses erhöhte Risiko, das in dieser Studie bei allen Ethnien und sowohl bei Männern als auch bei Frauen beobachtet wurde, frühere internationale Studien bestätigt, die schädlichen Alkoholkonsum mit Suizidgedanken in Verbindung bringen. Sie sagt, dass Alkoholkonsumstörungen zu den am häufigsten nachgewiesenen Risikofaktoren für Suizid gehören und nach schweren depressiven Störungen den zweitgrößten Anteil an der Gesamtsuizidrate haben.

Sie empfiehlt, diese neuen Erkenntnisse angesichts der alarmierenden Raten von riskantem Alkoholkonsum und Suizidrisiko ernst zu nehmen. Daten des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2020 zeigen z.B. in Neuseeland, dass 21 % der Erwachsenen die Kriterien für riskanten Alkoholkonsum erfüllen, während die Daten der Gerichtsmedizin für das Jahr bis Juni 2021 bestätigen, dass 607 Neuseeländer sich das Leben genommen haben.

„Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass schädlicher Alkoholkonsum wesentlich zum Suizid beiträgt, doch unsere nationale Strategie zur Suizidprävention zielt nicht speziell auf diesen Risikofaktor ab und sieht keine alkoholbezogenen Maßnahmen vor. Diese Studie sollte für die Regierung ein weiterer Grund sein, alarmiert zu sein, denn es sind jetzt energische Maßnahmen erforderlich, um alkoholbedingte Schäden, insbesondere das Suizidrisiko, sowohl auf Bevölkerungsebene als auch auf individueller Ebene zu verringern“, sagt Crossin.

© Psylex.de – Quellenangabe: Australian & New Zealand Journal of Psychiatry (2021). DOI: 10.1177/00048674211064183

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