Alzheimer: Gedächtnisprobleme und biologische Veränderungen im Gehirn

Zusammenhänge zwischen Selbst- und Partnerberichten über eine kognitive Verschlechterung und den Tau- und Amyloid-Beta-Spiegeln

Alzheimer: Gedächtnisprobleme und biologische Veränderungen im Gehirn

04.06.2024 Eine neue Studie liefert weitere Belege für die Wichtigkeit, mit einem Arzt zu sprechen, wenn ein Patient oder ein Familienmitglied Anzeichen für einen anhaltenden Gedächtnisverlust feststellt. Es gibt zwar viele Gründe, warum sich das Gedächtnis einer Person verändern kann, aber Forscher vom Mass General Brigham fanden Veränderungen im Gehirn bei Patienten, die vor der Diagnose der Alzheimer-Krankheit untersucht wurden, als die Patienten und ihre Partner – also diejenigen, die Fragen zu ihrer täglichen kognitiven Funktion beantworten konnten – über einen Abbau der kognitiven Fähigkeiten berichteten.

Mithilfe von Bildgebungsverfahren fanden die Forscher heraus, dass die Berichte über den kognitiven Abbau mit der Anhäufung von Tau-Tangles – dem Merkmal der Alzheimer-Krankheit – zusammenhingen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Neurology veröffentlicht.

„Eine einfache Frage nach Gedächtnisbeschwerden kann mit dem Schweregrad der Krankheit im präklinischen Stadium der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht werden“, sagte die Hauptautorin Dr. Rebecca E. Amariglio vom Department of Neurology am Brigham and Women’s Hospital.

„Wir wissen heute, dass die durch die Alzheimer-Krankheit hervorgerufenen Veränderungen im Gehirn schon lange vor dem Auftreten klinischer Symptome beginnen, die von einem Arzt festgestellt werden. Es gibt immer mehr Belege dafür, dass die Betroffenen selbst oder ein naher Angehöriger Veränderungen des Gedächtnisses bemerken können, noch bevor eine klinische Messung Anzeichen einer kognitiven Beeinträchtigung aufzeigt.“

Bei den Teilnehmern handelte es sich um kognitiv nicht beeinträchtigte Personen, bei denen ein Risiko bestand, aber jedoch noch keine Alzheimer-Krankheit diagnostiziert worden war. Alle Teilnehmer und der jeweilige Partner füllten Bewertungen zu den kognitiven Funktionen des Teilnehmers aus.

Tau- und Amyloid-Beta-Spiegel

Alle Teilnehmer unterzogen sich außerdem einer PET-Bildgebung, um den Tau- und Amyloid-Beta-Spiegel zu bestimmen. Bei 675 Teilnehmern stellte das Team fest, dass sowohl Amyloid als auch Tau mit einer stärkeren selbstberichteten Verschlechterung der kognitiven Funktionen verbunden waren. Das Team stellte außerdem fest, dass die subjektiven Berichte der Patienten und ihrer Partner die objektiven Tests der kognitiven Leistung ergänzten.

Die Autoren weisen auf eine Einschränkung der Studie hin, denn die meisten Teilnehmer waren weiß und hoch gebildet. Künftige Studien mit einer größeren Vielfalt an Teilnehmern und einer längerfristigen Beobachtung seien erforderlich.

Amariglio weist darauf hin, dass die Feststellung einer Veränderung der kognitiven Fähigkeiten nicht bedeutet, dass man vorschnell zu dem Schluss kommen sollte, dass eine Person an der Alzheimer-Krankheit leidet. Die Bedenken eines Patienten oder eines Familienmitglieds sollten jedoch nicht abgetan werden, wenn sie sich Sorgen um das Gedächtnis machen.

© Psylex.de – Quellenangabe:

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