Attraktivität zahlt sich am Arbeitsplatz aus; aber es gibt einen Trick, um die Chancen auszugleichen

Attraktivität, Macht und nonverbale Präsenz bei der Bewertung der Einstellungschancen

21.08.2021 Schöne bzw. attraktive Menschen werden eher eingestellt, erhalten bessere Leistungsbeurteilungen und werden besser bezahlt – aber nicht nur wegen ihres guten Aussehens, wie eine neue Studie der University at Buffalo School of Management zeigt.

Die in der Zeitschrift Personnel Psychology veröffentlichte Studie ergab, dass es zwar in allen Berufen einen „Attraktivitätsbonus“ gibt, dieser aber teilweise darauf zurückzuführen ist, dass attraktive Menschen aufgrund der Reaktion der Umwelt auf ihre Attraktivität bestimmte Eigenschaften entwickeln. Sie entwickeln ein größeres Machtbewusstsein und haben im Laufe ihres Lebens mehr Möglichkeiten, ihre nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern.

Wirkungsvolle nonverbale Kommunikation und Präsenz

Die psychologische Studie sollte untersuchen, ob es eine allgemeine Voreingenommenheit gegenüber Schönheit im Beruf gibt bzw. ob attraktive Menschen beruflich erfolgreicher sind, weil sie effektiver kommunizieren, sagt Min-Hsuan Tu von der University at Buffalo. Die Forscher haben herausgefunden, dass gut aussehende Menschen zwar ein größeres Machtgefühl haben und besser nonverbal kommunizieren, dass aber ihre weniger attraktiven Kollegen ihre Chancen während des Einstellungsverfahrens ausgleichen können, indem sie eine ‚Machthaltung‘ einnehmen.

Die Forscher führten zwei Studien durch, in denen 300 Elevator Pitches von Teilnehmern an einer fingierten Stellensuche ausgewertet wurden. In der ersten Studie stellten die Manager fest, dass die gut aussehenden Personen aufgrund ihrer wirkungsvolleren nonverbalen Präsenz wünschenswerter waren.

‚Power-Pose‘

In der zweiten Studie forderten die Forscher bestimmte Teilnehmer auf, eine „Power-Pose“ einzunehmen, indem sie während der Präsentation mit ihren Füßen schulterbreit auseinander standen, die Hände in die Hüften stemmten, die Brust herausstreckten und das Kinn erhoben. Mit dieser Technik waren die weniger attraktiven Personen in der Lage, das Niveau der nonverbalen Präsenz zu erreichen, das ihre attraktiveren Kollegen von Natur aus an den Tag legten.

Durch die Übernahme von Körperhaltungen, die mit Machtgefühl und Selbstvertrauen verbunden sind, können weniger attraktive Menschen Verhaltensunterschiede bei der Stellensuche minimieren, sagt Tu. Aber Power-Posing ist nicht die einzige Lösung – alles, was dazu führt, dass man sich stärker fühlt, wie z. B. ein Selbstgespräch über Selbstvertrauen, das Visualisieren des eigenen Erfolgs oder das Reflektieren über vergangene Leistungen vor einer sozialen Bewertungssituation, kann ebenfalls helfen.

© psylex.de – Quellenangabe: Personnel Psychology, 2021; DOI: 10.1111/peps.12469




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