Computerspiele können Intelligenz von Kindern fördern

Der Einfluss digitaler Medien auf die Intelligenz von Kindern unter Berücksichtigung genetischer Unterschiede in der Kognition und des sozioökonomischen Hintergrunds

13.05.2022 Forscher des Karolinska Institutet in Schweden haben untersucht, wie die Bildschirmgewohnheiten von US-Kindern mit der Entwicklung ihrer kognitiven Fähigkeiten im Laufe der Zeit korrelieren.

Sie fanden heraus, dass die Kinder, die überdurchschnittlich viel Zeit mit Computerspielen verbrachten, ihre Intelligenz stärker als der Durchschnitt steigerten, während Fernsehen oder soziale Medien weder einen positiven noch einen negativen Effekt hatten. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Kinder verbringen immer mehr Zeit vor dem Bildschirm. Wie sich dies auf ihre Gesundheit auswirkt und ob es sich positiv oder negativ auf ihre kognitiven Fähigkeiten auswirkt, wird kontrovers diskutiert. Für die vorliegende Studie untersuchten Forscher des Karolinska Institutet und der Vrije Universiteit Amsterdam speziell den Zusammenhang zwischen Bildschirmgewohnheiten und Intelligenz im Zeitverlauf.

Über 9.000 Jungen und Mädchen in den USA nahmen an der Studie teil. Im Alter von neun oder zehn Jahren führten die Kinder eine Reihe von psychologischen Tests durch, um ihre allgemeinen kognitiven Fähigkeiten (Intelligenz) zu messen. Die Kinder und ihre Eltern wurden auch befragt, wie viel Zeit die Kinder mit Fernsehen und Videos, Videospielen/Computerspielen und sozialen Medien verbrachten.

Ergebnisse der Nachuntersuchung

Etwas mehr als 5.000 der Kinder wurden nach zwei Jahren erneut befragt, wobei sie gebeten wurden, die psychologischen Tests zu wiederholen. Auf diese Weise konnten die Forscher untersuchen, wie sich die Leistungen der Kinder bei den Tests von einer Sitzung zur anderen veränderten, und sie konnten die individuellen Unterschiede beim ersten Test kontrollieren. Sie kontrollierten auch genetische Unterschiede, die sich auf die Intelligenz auswirken könnten, sowie Unterschiede, die mit dem Bildungshintergrund und dem Einkommen der Eltern zusammenhängen könnten.

Im Durchschnitt verbrachten die Kinder 2,5 Stunden pro Tag vor dem Fernseher, eine halbe Stunde in sozialen Medien und eine Stunde mit Computerspielen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Kinder, die mehr Spiele als der Durchschnitt spielten, ihre Intelligenz zwischen den beiden Messungen um etwa 2,5 IQ-Punkte mehr als der Durchschnitt steigerten. Es wurde kein signifikanter positiver oder negativer Effekt des Fernsehens oder der sozialen Medien festgestellt.

Intelligenz ist nicht konstant

„Wir haben die Auswirkungen des Bildschirmverhaltens auf die körperliche Aktivität, den Schlaf, das Wohlbefinden oder die schulischen Leistungen nicht untersucht, so dass wir dazu nichts sagen können“, sagt Torkel Klingberg, Professor für kognitive Neurowissenschaften am Department of Neuroscience, Karolinska Institutet.

„Aber unsere Ergebnisse stützen die Behauptung, dass die Zeit am Bildschirm die kognitiven Fähigkeiten von Kindern im Allgemeinen nicht beeinträchtigt und dass das Spielen von Videospielen sogar die Intelligenz fördern kann. Dies steht im Einklang mit mehreren experimentellen Studien über das Spielen von Computerspielen.“

Die Ergebnisse stehen auch im Einklang mit neueren Forschungen, wonach Intelligenz keine Konstante ist, sondern eine Eigenschaft, die von Umweltfaktoren beeinflusst wird.

© Psylex.de – Quellenangabe: Scientific Reports, 2022; 12 (1) DOI: 10.1038/s41598-022-11341-2

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