Zu viel Sport kann Stimmung verschlechtern

Herzfrequenzvariabilität, Stimmung und Leistung: eine Pilotstudie über den Zusammenhang zwischen diesen Variablen bei Amateur-Rennradfahrern

13.05.2022 Um Fitness aufzubauen, müssen Sportler ihren Körper belasten, und durch die Erholung passt sich der Körper an und ist in der Lage, in der nächsten Trainingsrunde eine höhere Belastung zu bewältigen. Die Kontrolle eines angemessenen Maßes an Belastung und Erholung ist wichtig, um die Leistung von Sportlern zu verbessern sowie Verletzungen und Probleme im Zusammenhang mit Übertraining zu vermeiden.

Forscher des Labors für Sportpsychologie und des Sportforschungsinstituts an der Autonomous University of Barcelona haben die Auswirkungen der Trainingsintensität auf Rennradfahrer untersucht, und zwar in Bezug auf die Stimmungslage und die Fähigkeit, sich an höhere Trainingsbelastungen anzupassen, was mit Hilfe der Herzfrequenzvariabilität (HRV) gemessen wurde.

Die in der Fachzeitschrift PeerJ veröffentlichte Untersuchung wurde anhand einer sechswöchigen Analyse der Antworten von fünf Amateur-Rennradfahrern auf die körperliche Belastung, die sie während des Trainings erfahren haben, durchgeführt. Nach Abschluss des Trainings beantworteten die Radsportler auch Fragebogen darüber, wie sie die körperliche Anstrengung ihres Trainings wahrgenommen hatten. Am nächsten Morgen wurden Herzfrequenzvariabilität und Stimmung erfasst.

Die Forscher argumentieren, dass eine Veränderung der Stimmung und/oder der HRV – gemessen mit dem HFnu-Parameter (normalisiertes Hochfrequenzband) – bei Sportlern am Tag nach dem Training als Indikator für die Trainingsintensität dienen könnte, der anzeigt, ob das Training für den körperlichen Zustand des Sportlers angemessen oder zu intensiv war.

In der Studie wurde festgestellt, dass die Stimmung am nächsten Tag umso schlechter war, je intensiver das Training war, und je niedriger auch die HRV war. Im Gegensatz dazu wurde eine hohe HFnu mit einer Verbesserung der Stimmung der Sportler in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass es einen Zusammenhang zwischen HRV und Stimmungslage gibt.

„Das Ziel der Untersuchung war es, die Beziehung zwischen drei Aspekten zu erforschen: Training, Herzfrequenzvariabilität und Stimmung“, erklärt Carla Alfonso, Forscherin an der UAB-Abteilung für Grundlagenpsychologie. „Mit dieser Studie wollten wir herausfinden, wann ein Sportler sich ausruhen muss, weil sein System gesättigt ist, und wann ein Sportler mit mehr oder weniger Intensität trainieren kann, weil sein Körper bereit ist, die Trainingsbelastung zu bewältigen.“

© Psylex.de – Quellenangabe: PeerJ (2022). DOI: 10.7717/peerj.13094

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