Darmkrebs-Patienten weisen erhöhtes Risiko für Depressionen auf

Studie untersuchte Prävalenz und Faktoren für Depressionen bis zu 5 Jahre nach einer Darmkrebsoperation

05.12.2021 Eine neue Studie hat die Prävalenz von Depressionen bei Darmkrebspatienten bis zu fünf Jahre nach der Operation zur Behandlung ihrer Krebserkrankung aufgezeigt.

Mehr als ein Drittel der Patienten litt im Verlauf der Studie an einer klinisch signifikanten Depression, und einer von sieben hatte fünf Jahre nach der Operation immer noch Symptome.

Ein Forscherteam unter der Leitung der Universität Southampton befragte 872 erwachsene Patienten mit nicht-metastasiertem Darmkrebs vor der Operation und führte in regelmäßigen Abständen Nachbefragungen bis 60 Monate nach der Operation durch. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Colorectal Disease veröffentlicht.

Risikofaktoren

Die Ergebnisse der Umfrage zeigten, dass vor der Operation mehr als ein Fünftel der Teilnehmer (21 %) klinisch signifikante Depressionen aufwiesen, die nach fünf Jahren auf 14 % zurückgingen.

Vor der Operation wurden folgende Risikofaktoren ermittelt, die eine spätere Depression vorhersagen: bereits bestehende klinisch signifikante Depressionen und Ängste, frühere Inanspruchnahme psychosozialer Dienste, geringes Vertrauen in die Bewältigung krankheitsbedingter Probleme, schlechter Gesundheitszustand und geringe soziale Unterstützung.

Die neuen Ergebnisse zeigen auch, dass Menschen mit Darmkrebs, die sich einer neoadjuvanten Chemotherapie unterzogen hatten, eher an Depressionen litten. Dies ist vielleicht dadurch zu erklären, dass diese Patienten in der Regel mit einer komplexeren Behandlung, Nebenwirkungen und einer längeren Behandlungsdauer konfrontiert sind, schreiben die Autoren.

Soziale Isolation

Eine weitere Analyse der Ergebnisse zeigt, dass Menschen mit Darmkrebs mit einem geringen Maß an sozialer Unterstützung fast 2,5-mal häufiger an einer Depression leiden.

Von den Teilnehmern mit dem höchsten Grad an sozialer Unterstützung zum Zeitpunkt der Diagnose entwickelten 16 Prozent innerhalb von fünf Jahren nach ihrer Krebsbehandlung eine klinische Depression, verglichen mit 37 Prozent der Teilnehmer mit einem geringeren Grad an sozialer Unterstützung.

COVID-Pandemie

Die oben genannten Ergebnisse beruhen auf den Erfahrungen der Betroffenen vor der COVID-Erkrankung, doch gibt es Hinweise darauf, dass die mit der Pandemie verbundene soziale Isolation die psychische Gesundheit von Krebspatienten weiter verschlechtern könnte.

Das Forscherteam führt derzeit eine weitere Studie zu den Auswirkungen von COVID-19 durch. Die Zwischenergebnisse dieser Studie zeigen, dass vier von fünf (81 Prozent) der befragten Krebspatienten während der Pandemie zu Hause geblieben sind und fast die Hälfte (45 Prozent) von ihnen mindestens zwei schwerwiegende psychische Auswirkungen der Pandemie erlebt hat, wie z. B. das Gefühl von Angst, Depression oder Hilflosigkeit.

© Psylex.de – Quellenangabe: Lynn Calman et al, Prevalence and determinants of depression up to 5 years after colorectal cancer surgery: results from the ColoREctal Wellbeing (CREW) study; Colorectal Disease (2021). DOI: 10.1111/codi.15949

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