Depressionen durch Internetsucht bei jungen Menschen

Gefangen im Netz: eine Metaanalyse zu: Internetsucht, exzessiver Tagesmüdigkeit und depressiven Symptomen bei Jugendlichen

Depressionen durch Internetsucht bei jungen Menschen

12.04.2024 Eine große internationale Studie unter der Leitung von Forschern der Universität Derby hat ergeben, dass übermäßige Zeit im Internet zu Tagesmüdigkeit und Depressionssymptomen bei Heranwachsenden führt.

Dr. Hassam Waheed vom College of Business, Law and Social Sciences der Universität arbeitete zusammen mit Dr. Peter Macaulay, Senior Lecturer in Psychologie, und Kollegen in Malaysia und Australien an einer Metaanalyse von 52 veröffentlichten Studien. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Information Technology & People veröffentlicht.

Die Studie

Die Studie untersuchte Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren, die aufgrund ihres Übergangsstadiums in der körperlichen und psychischen Entwicklung anfälliger für Internetsucht (auch Online-Sucht genannt) sind. Die Studie ergab, dass die internetbedingte Tagesmüdigkeit eine Reihe von Aktivitäten verdrängt, die bekanntermaßen für die Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit förderlich sind, wie z. B. alltägliche soziale Interaktionen und körperliche Aktivitäten. Dies wiederum verschlimmert ihre depressiven Symptome.

Macaulay sagte: „Eines der wesentlichen Probleme, die uns aufgefallen sind, ist, dass die Online-Zeit oft unstrukturiert ist. Während es für einige Nutzungsarten, wie z. B. das Spielen von Spielen auf einer PlayStation, Grenzen gibt, gilt dies nicht für die übrige Internetnutzung“.

Zu den vom Forscherteam empfohlenen Maßnahmen gehören:

  • Förderung guter Schlafgewohnheiten, z. B. 90 Minuten vor dem Schlafengehen keine Geräte zu benutzen
  • Sicherstellen, dass während der Nacht nicht auf die Geräte geschaut wird
  • Förderung von mehr Interaktionen von Angesicht zu Angesicht
  • Unterstützung aktiverer Aktivitäten wie außerschulische Vereine und Sport

Das Team befürwortet auch die Nutzung von gezielter Online-Zeit, mit einem vereinbarten Zeitlimit und je nach Bedarf aufgeteilt zwischen Hausaufgaben/Lernen und Freizeit.

Macaulay erklärte: „Eine solche fokussierte Zeit würde auch eine gesündere Beziehung zur Technologie durch achtsamen Konsum fördern.“

Derzeit ist sich die medizinische Gemeinschaft uneins darüber, ob Internetsucht eine psychische Störung darstellt. Die Forscher glauben, dass die Studie mit einem besseren Verständnis der negativen Auswirkungen der Internetsucht dazu beitragen wird, einen Konsens zu erzielen, damit sie als eigenständige psychische Störung anerkannt werden kann.

© Psylex.de – Quellenangabe: Information Technology & People (2024). DOI: 10.1108/ITP-07-2023-0676

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