Esstörung: Einfluss von Familie u. Einsamkeit

Essstörungssymptome scheinen bei Personen mit starker Familienbindung geringer ausgeprägt zu sein

02.03.2022 Menschen mit Essstörungen und einer starken Familienbindung haben mit größerer Wahrscheinlichkeit seltener und weniger schwerwiegende Symptome, da sie sich weniger einsam fühlen. Dies haben Psychologen der Nottingham Trent University, der Australian National University und des University College Cork in Irland herausgefunden und im Journal of Community & Applied Social Psychology veröffentlicht.

In zwei Studien wurden mehr als dreihundert essgestörte Personen zu ihrer Identifikation mit der Familie, ihrer Einsamkeit und dem Schweregrad der Essstörungssymptome befragt.

Die größere der beiden Studien befasste sich mit den Auswirkungen der Lockdowns im Rahmen von COVID-19, wobei die Teilnehmer auch zu ihren Ängsten und den Auswirkungen der Pandemie auf ihre Essstörung befragt wurden.

Zu Beginn der COVID-Beschränkungen zeigten die Ergebnisse, dass Menschen mit Essstörungen besorgt waren über Dinge wie den Zugang zu Lebensmitteln, die in ihren Essensplänen vorgesehen waren, Einschränkungen bei der körperlichen Betätigung und den Verlust der Unterstützung durch Gruppen und Gesundheitsdienste. Das Ausmaß an Einsamkeit, Angst und der Schweregrad der Essstörungssymptome wurde als extrem hoch eingestuft.

Über alle Altersgruppen, Geschlechter und Diagnosen hinweg fühlten sich jedoch Menschen mit Essstörungen mit einer starken Familienbindung weniger einsam, hatten weniger Symptome wie negative essbezogene Gedanken und Verhaltensweisen, fühlten sich weniger ängstlich und spürten weniger Auswirkungen der COVID-Einschränkungen.

Dr. Niamh McNamara vom Fach Sozialpsychologie sagt: Der Gesundheitsnutzen scheint auf die Identifikation mit der Familie zurückzuführen zu sein, die eine Verringerung der Einsamkeit vorhersagt. Die Ergebnisse stützen die Idee, dass Familien eine wichtige soziale Erholungsressource für Menschen mit Essstörungen sind, und helfen uns zu verstehen, warum eine verstärkte Bindung während der COVID-19-Pandemie für sie von Vorteil gewesen sein könnte.

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of Community & Applied Social Psychology (2022). DOI: 10.1002/casp.2606




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