Frauen fällt es schwerer mit dem Rauchen aufzuhören

Studie zum Nikotinsucht zeigt, dass es Frauen schwerer als Männern fällt, mit dem Rauchen aufzuhören

25.08.2021 Eine Studie mit mehr als 35 000 Rauchern hat ergeben, dass Frauen weniger Zigaretten rauchen als Männer, aber seltener aufhören. Die Forschungsergebnisse werden auf dem ESC-Kongress 2021 vorgestellt.

Studienautorin Ingrid Allagbe, Doktorandin an der Universität von Burgund in Dijon, Frankreich, sagte: In der Studie wiesen Frauen, die Nikotinentzugsdienste in Anspruch nahmen, im Vergleich zu Männern eher Übergewicht oder Fettleibigkeit, Depressionen und Angstzuständen / Angststörungen auf, und gaben seltener das Rauchen auf. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Raucherentwöhnung anzubieten, die auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sind, schreibt sie.

Die Studie

Die Studie verglich Merkmale und Abstinenzraten von Männern und Frauen, die zwischen 2001 und 2018 in Frankreich Angebote zur Raucherentwöhnung in Anspruch nahmen. Die Daten stammen aus der landesweiten Datenbank CDT-net. An der Studie nahmen Raucherinnen und Raucher ab 18 Jahren teil, die mindestens einen zusätzlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen: Übergewicht/Fettleibigkeit (Body-Mass-Index [BMI] 25 kg/m² oder höher), hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Angina pectoris in der Vorgeschichte.

Anhand einer Skala zur Nikotinabhängigkeit wurden die Teilnehmer als leicht, mittelschwer oder schwer abhängig eingestuft. Rauchabstinenz (mindestens 28 aufeinanderfolgende Tage) wurde selbst angegeben und durch Messung des ausgeatmeten Kohlenmonoxids von weniger als 10 Teilen pro Million (ppm) bestätigt.

Die Teilnehmer machten Angaben zu ihrem Alter, ihrem Bildungsstand, anderen Erkrankungen, einschließlich Diabetes und Atemwegserkrankungen, sowie zur Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten. Größe und Gewicht wurden gemessen. Die Teilnehmer wurden anhand ihrer Krankengeschichte, der Einnahme von Medikamenten gegen Angstzustände oder Antidepressiva und der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) als Personen mit oder ohne Angst- und Depressionssymptome eingestuft.

Insgesamt wurden 37.949 Raucher in die Studie aufgenommen, darunter 16.492 (43,5 %) Frauen. Das Durchschnittsalter der Frauen in der Studie betrug 48 Jahre, während das Durchschnittsalter der Männer 51 Jahre betrug (p<0,001). Mehr Frauen (55 %) als Männer (45 %; p<0,001) gaben an, einen Bachelor-Abschluss oder einen höheren Bildungsgrad zu haben.

Erkrankungen

Sowohl Männer als auch Frauen wiesen eine hohe Belastung durch kardiovaskuläre Risikofaktoren auf. Ein hoher Cholesterinspiegel war bei Männern (33 %) häufiger als bei Frauen (30 %; p<0,001), ebenso wie ein hoher Blutdruck (26 % gegenüber 23 %; p<0,001). Auch Diabetes war bei Männern (13 %) häufiger anzutreffen als bei Frauen (10 %; p<0,001).

Ein größerer Anteil der Frauen (27 %) war übergewichtig oder fettleibig als die Männer (20 %; p<0,001). Frauen (37,5 %) wiesen häufiger Symptome von Angst oder Depression auf als Männer (26,5 %; p<0,001). Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen traten bei Frauen (24 %) häufiger auf als bei Männern (21 %; p<0,001), ebenso wie Asthma (16 % gegenüber 9 %; p<0,001).

Nikotinabhängigkeit

Die durchschnittliche Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten betrug bei den Frauen 23 und bei den Männern 27 (p<0,001). Etwa 56 % der Frauen wiesen eine schwere Nikotinabhängigkeit auf, verglichen mit 60 % der Männer (p<0,001). Die Abstinenz trat bei Frauen (52 %) seltener auf als bei Männern (55 %; p<0,001).

Frau Allagbe sagt: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es für Frauen schwieriger ist, mit dem Rauchen aufzuhören, obwohl sie weniger Zigaretten rauchen und weniger nikotinabhängig sind als Männer.

Mögliche Gründe

Mögliche Gründe dafür könnten die höhere Prävalenz von Angstzuständen, Depressionen und Übergewicht oder Adipositas bei Frauen sein. Es wurde bereits berichtet, dass Frauen möglicherweise andere Hindernisse für die Raucherentwöhnung haben, die mit der Angst vor Gewichtszunahme, den Sexualhormonen und der Stimmung zusammenhängen.

Sie schließt: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass umfassende Raucherentwöhnungsprogramme für Frauen erforderlich sind, die einen multidisziplinären Ansatz unter Einbeziehung eines Psychologen, eines Ernährungsberaters und eines Spezialisten für körperliche Betätigung bieten.

© psylex.de – Quellenangabe: ESC Congress 2021

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