Implantierbare Defibrillatoren: Angst, Depression und PTBS

Belastung durch Angst- und Depressionssymptome bei Patienten mit implantierbarem Kardioverter-Defibrillator

Implantierbare Defibrillatoren: Angst, Depression und PTBS

22.06.2023 Depressionen und Angstzustände sind bei Patienten mit einem implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) weit verbreitet, wie eine in der Juni-Ausgabe von EP Europace veröffentlichte Übersichtsarbeit zeigt.

Erica S. Ghezzi von der University of South Australia in Adelaide und Kollegen führten eine systematische Literaturanalyse durch, um die Prävalenz von Stimmungsstörungen und den Schweregrad der Symptome vor und nach der Implantation eines ICD zu ermitteln.

  • Auf der Grundlage von 109 Artikeln (39.954 Patienten) fanden die Forscher heraus, dass bei 22,58 Prozent der ICD-Patienten über alle Zeitpunkte nach der Implantation klinisch relevante Angstzustände auftraten.
  • Depressionen traten bei 15,42 Prozent der ICD-Patienten auf, und eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) wurde bei 12,43 Prozent festgestellt. Die Raten waren in allen Indikationsgruppen ähnlich.
  • Bei Patienten, die Schocks erlitten, war die Wahrscheinlichkeit klinisch relevanter Angstzustände und Depressionen höher (Odds Ratio 3,92 für Angstzustände bzw. 1,87 für Depressionen).
  • Bei Angstzuständen traten bei Frauen nach der Implantation mehr Symptome auf als bei Männern (Hedges‘ g = 0,39).
  • In den ersten fünf Monaten nach der Implantation nahmen die Depressionssymptome ab (Hedges‘ g = 0,13), und die Angstsymptome gingen nach sechs Monaten zurück (Hedges‘ g = 0,07).

„Psychologische Untersuchungen, Überwachung und Therapie sollten ICD-Patienten und ihren Partnern als Teil der Routineversorgung angeboten werden“, schreiben die Autoren.

© Psylex.de – Quellenangabe: EP Europace, Volume 25, Issue 6, June 2023, euad130, https://doi.org/10.1093/europace/euad130

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