Kindesverhalten prognostiziert Gesundheitsverhalten im späteren Leben

Zusammenhänge zwischen sozioemotionalen Merkmalen und kognitiven Fähigkeiten in der Kindheit und Gesundheitsverhalten im mittleren Lebensalter

22.04.2022 In einer aktuellen Studie der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Universität Jyväskylä und des Gerontology Research Center (Finnland) wurde untersucht, wie sich sozioemotionales Verhalten in der Kindheit auf das Gesundheitsverhalten Jahrzehnte später auswirkt. Das sozioemotionale Verhalten im Alter von 8 Jahren prognostizierte das Gesundheitsverhalten sowohl direkt als auch indirekt über die Bildung.

Es gibt eine Reihe von Faktoren für das Gesundheitsverhalten, einer davon ist die Persönlichkeit. Unterschiede im Verhalten und im Verhaltensstil zwischen Individuen sind bereits bei Kleinkindern sichtbar. In einer kürzlich erschienenen Arbeit wurde die Rolle des sozioemotionalen Verhaltens bei Kindern im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum und Body-Mass-Index untersucht, die bis zu 42 Jahre später erfasst wurden.

Ein beherrschtes Verhalten bei Mädchen, das auf eine Tendenz zu freundlichem und konstruktivem Verhalten in Konfliktsituationen hindeutet, sagte mehr körperliche Aktivität im mittleren Alter voraus. Soziale Aktivität, die sich z. B. in der Bereitschaft äußert, mit anderen Kindern zu reden und zu spielen, prognostizierte einen höheren Alkoholkonsum bei Mädchen und Rauchen bei Jungen.

„Ein kontrolliertes Verhalten kann sich in einer guten Selbstdisziplin und der Fähigkeit äußern, die Trainingspläne im Erwachsenenalter zu befolgen“, sagt die Studienautorin Tiia Kekäläinen. „Soziale Aktivität hingegen könnte später zu sozialen Situationen geführt haben, in denen mit dem Rauchen und Alkoholkonsum begonnen wurde.“

Der Bildungsweg spielt eine Rolle

Einige Pfade zwischen dem sozioemotionalen Verhalten in der Kindheit und dem Gesundheitsverhalten in der Lebensmitte verliefen über die Bildung. Soziale Aktivität bei Mädchen und kontrolliertes Verhalten sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen sagten einen besseren Schulerfolg in der Jugend und eine höhere Bildung im Erwachsenenalter voraus. Ein hoher Bildungserfolg war wiederum mit weniger Rauchen und Alkoholkonsum verbunden.

„Die Ergebnisse stehen im Einklang mit früheren Ergebnissen auf der Grundlage derselben Längsschnittdaten und anderer Studien“, sagt Kekäläinen. „Insbesondere hat sich gezeigt, dass ein kontrolliertes Verhalten zum Schulerfolg und zur Bildung beiträgt. Diese können Informationen und Fähigkeiten vermitteln, die helfen, gesunde Entscheidungen zu treffen. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass sich Unterschiede im individuellen Verhalten, die bereits in der Kindheit sichtbar sind, im Erwachsenenalter sowohl direkt als auch über verschiedene Vermittlungsmechanismen widerspiegeln.“

Die in Psychology & Health veröffentlichte Studie war Teil der Jyväskylä Longitudinal Study of Personality and Social Development (JYLS), in der dieselben Personen seit 1968 seit dem Alter von 8 Jahren beobachtet wurden. In dieser Studie wurden Daten zu sozioemotionalem Verhalten und zum sozioökonomischen Status der Eltern im Alter von 8 Jahren, zum Schulerfolg im Alter von 14 Jahren, zum Bildungshintergrund im Alter von 27 Jahren, zu Persönlichkeitsmerkmalen im Alter von 33 Jahren und zum Gesundheitsverhalten im Alter von 36, 42 und 50 Jahren verwendet.

© Psylex.de – Quellenangabe: Psychology & Health (2022). DOI: 10.1080/08870446.2022.2041639

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