Kindliche Mobber werden später eher Gewalttäter

Mobbing mit 8 Jahren und Gewaltdelikte mit 31 Jahren

Kindliche Mobber werden später eher Gewalttäter

10.09.2022 Kinder, die andere im Alter von 8-9 Jahren gemobbt haben, begehen im Alter von 31 Jahren mit höherer Wahrscheinlichkeit Gewaltdelikte. Dies wurde in einer finnischen landesweiten Geburtskohortenstudie gezeigt, die am Forschungszentrum für Kinderpsychiatrie der Universität Turku, Finnland, durchgeführt wurde.

Jungen und Mädchen, die häufig gemobbt haben, wiesen ein höheres Risiko für Gewaltdelikte auf als Kinder, die andere nie gemobbt haben. Häufig mobbende Jungen wiesen eine höhere Wahrscheinlichkeit für Gewaltdelikte auf als Kinder, die nur manchmal mobbten. Das relative Risiko für häufig mobbende Jungen, während der Nachbeobachtungszeit ein schweres Gewaltdelikt wie Mord oder schwere Körperverletzung zu begehen, war fast dreimal so hoch wie bei Jungen, die nie mobbten.

Opfer von Mobbing zeigten kein erhöhtes Risiko für Gewaltdelikte.

In der Studie wurden die Hintergrundfaktoren sozioökonomischer Status und mögliche Psychopathologie in der Kindheit berücksichtigt. Der Zusammenhang zwischen Mobbing und Gewaltdelikten blieb auch dann bestehen, wenn die Daten für das Bildungsniveau der Eltern, die Familienstruktur und eine mögliche kindliche Psychopathologie berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse wurden auch nicht durch mögliche andere Mobbing-Erfahrungen des Mobbers beeinflusst, z. B. wenn er Opfer von Mobbing war.

“Unsere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Mobbing und Gewaltdelikten sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Diese Ergebnisse bestätigen die bisherigen Annahmen, dass die Verhinderung von Mobbing möglicherweise zu einer Verringerung von Gewaltdelikten führen könnte”, sagt die Forscherin Elina Tiiri vom Forschungszentrum für Kinderpsychiatrie der Universität Turku.

Forschungsbasiertes Wissen hilft, Probleme zu verhindern

Die Studie ist Teil eines größeren Forschungsprojekts, was die Zusammenhänge zwischen psychosozialen Problemen in der Kindheit und psychischen Störungen, Drogenmissbrauch, Sterblichkeit, Selbstverletzung, Kriminalität, Lebensbewältigung und Ausgrenzung im Erwachsenenalter aufzudecken versucht.

“Das Forschungsprojekt liefert Erkenntnisse, die uns bei der Entwicklung von Hilfsangeboten, Frühinterventionen und Prävention helfen”, sagt der Professor für Kinderpsychiatrie Andre Sourander von der Universität Turku.

Die Forschung basiert auf umfangreichen, landesweiten epidemiologischen Daten, die 1989 in Finnland erhoben wurden. Zum Zeitpunkt der Datenerhebung waren die Teilnehmer 8-9 Jahre alt. Als die Teilnehmer 30-31 Jahre alt waren, entnahmen die Forscher dem nationalen finnischen Polizeiregister Informationen über den Verdacht auf Gewaltdelikte. An der in der Zeitschrift European Child & Adolescent Psychiatry veröffentlichten Studie nahmen 5.400 Personen teil.

© Psylex.de – Quellenangabe: European Child & Adolescent Psychiatry (2022). DOI: 10.1007/s00787-022-01964-1

Ähnliche Artikel / News / Themen

Was denken Sie darüber? Oder haben Sie Erfahrungen damit gemacht?

Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen. Vermeiden Sie unangemessene Sprache, Werbung, themenfremde Inhalte. Danke.


Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen. Vermeiden Sie unangemessene Sprache, Werbung, themenfremde Inhalte. Danke.

Ads Blocker Image Powered by Code Help Pro

Bitte deaktivieren Sie Ihren Werbeblocker!

Psylex.de ist angewiesen auf Werbeerlöse. Deaktivieren Sie bitte Ihren Werbeblocker für Psylex!
Für 1,67€ – 2,99 € im Monat (kein Abo) können Sie alle Artikel werbefrei und uneingeschränkt lesen.
>>> Zur Übersicht der werbefreien Zugänge <<<



Wenn Sie auf diese Seite zurückgeleitet werden:

Sie müssen Ihren Werbeblocker für Psylex deaktivieren, sonst werden Sie auf diese Seite zurückgeleitet.

Wenn Sie nicht wissen, wie Sie bei Ihrem Browser das Adblock-System ausschalten (je nach Browser ist das unterschiedlich, z.B. auf den Browser auf Standard zurücksetzen; nicht das “private” oder “anonyme” Fenster, oder die Opera- oder Ecosia-App benutzen), sollten Sie einen anderen Browser (Chrome oder Edge) verwenden.

Sobald Sie dann einen Zugang bzw. Mitgliedskonto erworben und sich eingeloggt haben, ist die Werbung für Sie auf Psylex deaktiviert.