Klimaangst: Hitzewellen verstärken Angst vor Klimawandel

Hitzewellen (Hitzekuppel) und andere Klimaereignisse haben zunehmende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

25.01.2022 Die Hitzewelle des letzten Sommers im Westen Nordamerikas hat nicht nur zu einem rekordverdächtigen Temperaturanstieg geführt, sondern auch die Angst vor dem Klimawandel verstärkt, wie eine neue Studie über die Auswirkungen des Wetterereignisses auf unsere psychische Gesundheit zeigt.

Forscher der Mental Health and Climate Change Alliance (MHCCA: Allianz für psychische Gesundheit und Klimawandel) stellten fest, dass die Angst vor dem Klimawandel – kurz Klimaangst genannt – nach der Hitzewelle (Hitzekuppel) in Nord-West-Amerika deutlich zunahm.

Die im Journal of Climate Change and Health veröffentlichte Studie weist damit auf einen direkten Zusammenhang zwischen psychischen Problemen und klimawandelbedingten Wetterereignissen, schreiben die Studienautoren.

Die Forscher sagen, dass eine fortlaufende Überwachung der Angst vor dem Klimawandel erforderlich ist, um die Auswirkungen einzelner und sich häufender klimawandelbedingter Wetterereignisse im Laufe der Zeit besser zu verstehen. Ihre Ergebnisse beruhen auf Daten von über 850 Personen im Alter von über 16 Jahren:

  • Der durchschnittliche Grad der Angst vor dem Klimawandel stieg bei den Britisch-Kolumbianern nach der Hitzekuppel um etwa 13 Prozent an.
  • Die meisten Teilnehmer gaben an, dass sie nach dem Hitzeereignis sehr (40,1 Prozent) oder etwas mehr (18,4 Prozent) über den Klimawandel besorgt waren.
  • Die Zahl der Personen, die es für sehr wahrscheinlich hielten, dass ihre Region durch den Klimawandel gefährdet sein würde, stieg von 17,5 Prozent vor der Hitzewelle auf 29,8 Prozent.
  • Die Zahl der Personen, die der Meinung waren, dass ihre Branche vom Klimawandel betroffen sein würde, stieg von 35,0 Prozent vor der Hitzekuppel auf 40,3 Prozent nach der Hitzekuppel.
  • Die meisten Teilnehmer gaben an, dass sie in gewisser Weise (40,8 Prozent) oder stark (17,4 Prozent) von der Hitzewelle betroffen waren.

MHCCA-Direktor Kiffer Card, Assistenzprofessorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der SFU, erklärt: Unsere Forschung untersucht eine wichtige Verbindung zwischen zwei der dringlichsten Notlagen der öffentlichen Gesundheit im 21. Jahrhundert. Dabei sendet unsere Arbeit eine klare Botschaft: dass die Gesundheit des Planeten und die persönliche Gesundheit ein und dasselbe sind.

© Psylex.de – Quellenangabe: The Journal of Climate Change and Health, 2022; 100116 DOI: 10.1016/j.joclim.2022.100116

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