Migräne: Sind psychologische Therapien bei Migräne wirksam?

Metaanalyse: Studie untersuchte die Wirksamkeit von psychologischen Interventionen bei Erwachsenen mit Migräne

08.03.2022 Erwachsene mit Migräne scheinen von psychologischen Interventionen zu profitieren. Dies geht aus einer in der Zeitschrift Headache: The Journal of Head and Face Pain veröffentlichten Metaanalyse hervor.

Joanne Dudeney von der Macquarie University in Sydney und ihre Kollegen bemerken, dass eine kürzlich veröffentlichte Übersichtsarbeit (Cochrane-Review) keine eindeutigen Belege für psychologische Behandlungen bei Erwachsenen mit Migräne lieferte, dass aber die Übersichtsarbeit durch strenge Einschlusskriterien eingeschränkt war.

Nach einer systematischen Suche in Datenbanken wurden 39 randomisierte kontrollierte Studien mit 3.155 Teilnehmern in die Metaanalyse aufgenommen. 31 der Studien enthielten nur Daten zu Migräne und acht kombinierte Daten zu Erwachsenen mit Migräne oder Kopfschmerzen vom Spannungstyp.

Die Behandlungseffekte

Die Forscher fanden heraus, dass psychologische Interventionen im Vergleich zu Kontrollbehandlungen einen kleinen bis mittleren positiven Effekt auf die Häufigkeit von Migräne, die Schmerzintensität (Cohen’s d-Spanne, 0,23 bis 0,33) und die Beeinträchtigung bei der Nachuntersuchung (d = 0,44) hatten.

Es gab keine Hinweise auf einen positiven Effekt auf die Lebensqualität nach der Behandlung oder auf die Stimmung nach der Behandlung oder bei der Nachuntersuchung.

In Sensitivitätsanalysen zu Studien mit gemischten Kopfschmerzpopulationen war das Ausmaß des Effekts für die meisten Ergebnisse ähnlich (d = 0,25 bis 0,36), außer für die Stimmung, die einen kleinen bis mittleren positiven Effekt ergab (d = 0,32).

Die aktuellen Ergebnisse unterscheiden sich von den Ergebnissen des früheren Cochrane-Reviews, in dem keine positive Wirkung psychologischer Interventionen auf die gemessenen Ergebnisse, mit Ausnahme der Ansprechrate auf die Behandlung, festgestellt wurde, schreiben die Autoren. Ihre Ergebnisse stützen die Möglichkeit, dass die strengen Kriterien für die Studienauswahl des Cochrane-Reviews zumindest teilweise zu den früheren Null-Ergebnissen beigetragen haben, und zwar aufgrund mangelnder Aussagekraft.

© Psylex.de – Quellenangabe: Headache: The Journal of Head and Face Pain (2022). DOI: 10.1111/head.14260

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