Alzheimer-ähnliche Plaques nach Kopfverletzungen

Alzheimer-ähnliche Plaques nach Kopfverletzungen

Neurologische Erkrankungen – Krankheitsbilder

13.11.2013 Eine neue Forschungsstudie könnte helfen, die Verbindung zwischen Schädel-Hirn-Verletzungen und dem Risiko für Gedächtnis- und andere hirngebundene Probleme im späteren Leben zu verstehen.

Alzheimerplaques

Mit der Positronenemissionstomographie (PET) ist es gelungen festzustellen, dass sich bei Menschen mit Gehirnverletzungen sogenannte „Plaques“ (extrazelluläre Ablagerungen von Beta-Amyloid in der grauen Hirnsubstanz) im Gehirn entwickeln können, die jenen ähneln, die sich bei Patienten mit Alzeimer-Krankheit bilden, der häufigsten Demenzerkrankung.

„Unsere Forschungsstudie zeigt (zum ersten Mal), dass das PET-Bildverfahren Amyloidablagerungen (nach Kopfverletzungen) im Gehirn zeigen kann“, sagte Dr. David Menon vom Anästhesie-Fachbereich der Universität von Cambridge, England. Und diese Ablagerungen können innerhalb von Stunden nach dem Schlag gegen den Kopf auftauchen.

Auswirkung von Kopfverletzungen

Vorherige Studien konnten bereits Kopfverletzungen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Gedächtnisproblemen später im Leben verbinden, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, dass die Kopfverletzung die Ursache ist. „Patienten können mit PET untersucht werden, um die frühen Amyloidablagerungen zu entdecken. Sie können dann daraufhin beobachtet werden, ob sich die Ablagerungen auflösen und ob sie erneut auftreten, und was diese Prozesse hinsichtlich eines späteren kognitiven [geistigen] Rückgangs wie bei Demenz/Alzheimer bedeuten“, sagte Menon.

Alzheimer-ähnliche Plaques nach Kopfverletzungen

Bei dieser Studie wurden die Gehirne von 15 Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzung und 11 gesunden Personen ohne Gehirntrauma mit PET abgebildet. Die Bilder wurden nach einem Tag bis zu einem Jahr nach der Kopfverletzung gemacht.

Die Forscher untersuchten auch Hirngewebeproben, die Menschen entnommen wurden, die nach einer Kopfverletzung starben, als auch Personen, die an nicht-gehirngebundenen Ursachen verstarben.

Je stärker das Schädeltrauma, desto mehr Plaques

Je größer der Schlag gegen den Kopf, desto größer war die Amyloidplaque-Ansammlung und das Risiko für Demenz, sagte Menon. Personen mit dem größten Risiko könnten allerdings auch jene mit einschließen, die auch eine genetische Disposition für Alzheimer Krankheit haben, sagte er.

In letzten Jahren haben frühere Profisportler mit Kopfverletzungen, die solche Gedächtnis- und affektiven Probleme entwickelten, viel Aufmerksamkeit in den Medien erhalten. Aber diese Studie untersuchte nur Personen mit Kopfverletzungen, die schwer genug waren, um in einer Intensivstation aufgenommen zu werden. Im Durchschnitt lag das Alter dieser Personen in den 30igern.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Cambridge, Nov. 2013

Weitere News aus der Forschung

  • Deutliche Verbindung zwischen Schädel-Hirn-Traumata und der Entwicklung von Demenz
    zum Artikel
  • Schlafentzug ist mit einer verstärkten Amyloid-ß-Produktion verbunden, was das Risiko für AK erhöhen könnte.
    zum Artikel
  • PTBS, Schädel-Hirn-Trauma und Alzheimer- / Demenzrisiko. Posttraumatische Belastungsstörung und Schädel-Hirn-Trauma erhöhen in Wechselwirkung mit APOE ε4 das Risiko für Alzheimer und Demenz