Schmerztagebuch
Neurologische Erkrankungen / Schmerzen
Schmerztagebücher können Erholung verlangsamen
26.03.2015 Für einige Menschen mit chronischen Schmerzen ist das Führen eines Schmerztagebuchs Teil ihrer täglichen Routine. Oft auf Anraten ihres Arztes oder Therapeuten sollen die Schmerz-Patienten aufzeichnen wie stark der Schmerz ist, wie er die täglichen Aktivitäten beeinflusst und welche Behandlung ihn lindert oder verschlimmert.
Wirkung auf Remission
Für die Studie untersuchten Forscher von der University of Alberta die Wirkung eines täglich geführten Schmerztagebuchs auf die Remission (Nachlassen der Symptome) von 58 Patienten mit akuten Schmerzen im unteren Rücken (Alter der Teilnehmer war Anfang 30).
Die Hälfte der Teilnehmer sollten ein Schmerztagebuch mit einer Skala von eins bis zehn führen und vier Wochen lang täglich ihren Schmerz bewerten. Die andere Hälfte wirkte als Kontrollgruppe und führte keine Tagebücher.
Die Schmerzbeeinträchtigung war zu Beginn der Studie in beiden Gruppen gleich. Nach drei Monaten wurden die Teilnehmer erneut zu ihren Schmerzen befragt. Es gab einen großen Unterschied zwischen den Gruppen.
Negative Auswirkungen der Schmerztagebücher
Die das Schmerztagebuch führenden Patienten zeigten ein viel schlechteres Ergebnis hinsichtlich der Erholung von den Schmerzen. Obwohl sie kein ausführliches Tagebuch zu führen brauchten und viele von ihnen auch kein vollständiges Tagebuch führten, lagen die selbstberichteten Erholungsraten in der Schmerztagebuch-Gruppe nur bei 52%. Die Genesung in der Kontrollgruppe lag jedoch bei 79%.
„Das ist ein ziemlich profunder Effekt. Es gibt nicht viele Dinge, die man tun kann, um Patienten bei der Genesung um 25 Prozent zu beeinflussen“, sagte Forscher Robert Ferrari in Rheumatology International.
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Die Befunde weisen darauf hin, dass die Patienten zu sehr auf ihre Symptome fixiert sind und diese so verstärkt werden, nimmt Ferrari an. So wird eine verstärkte Wahrnehmung der Krankheit erschaffen und das verlangsamt die Genesung. Angesichts dieser Befunde empfiehlt er Ärzten und Therapeuten, ihre Patienten nicht darum zu bitten, ein Schmerztagebuch zu führen.
© PSYLEX.de – Quellenangabe: University of Alberta, Rheumatology International; März 2015
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