Alptraum: Ursachen, Auslöser, Risikofaktoren

Alpträume: Ursachen, Auslöser, Risikofaktoren

Schlafforschung – Traumforschung

Studie untersuchte Risikofaktoren für Albträume

01.08.2017 Eine im Fachblatt Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology veröffentlichte Studie der University of Oxford untersuchte die potentiellen Ursachen für Albträume bei gesunden Menschen.

Alp- bzw. Albträume (beide Schreibweisen sind korrekt) sind von Natur aus beunruhigend, verhindern einen restaurativen / regenerativen Schlaf und sind mit einer Reihe von psychischen Störungen verbunden, sind aber selten Gegenstand empirischer Studien, schreiben die Forscher vom Fachbereich Psychiatrie.

Auslöser negativer Affekt, Stress

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Bild: Gerd Altmann

Negativer Affekt (eine vorübergehende negative Gemütserregung, die durch äußere Anlässe oder psychische Vorgänge ausgelöst wird), verbunden mit stressenden Ereignissen werden generell meist als Auslöser von Alpträumen betrachtet.

Daher wurden diese schlechten Träume am häufigsten im Kontext mit der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) betrachtet. Allerdings haben viele Menschen mit einem erhöhten negativen Affekt keine Alpträume, schreiben die Wissenschaftler.

Das Ziel der Forscher Rek S., Sheaves B. und Freeman D. war es daher, plausible Faktoren zu identifizieren – jenseits negativer Affekte – die erklären können, warum Menschen Alpträume erleben.

Dazu befragten sie 846 Teilnehmer aus der britischen Gesamtbevölkerung über Auftreten von Alpträumen und der Schwere (Inanspruchnahme, Distress und Beeinträchtigung), negativen Affekt, Sorgen, Depersonalisation, halluzinatorische Erfahrungen, Paranoia, Alkoholkonsum, Schlafdauer, körperliche Aktivität, PTBS-Symptome und stressende Lebensereignisse.

Die Ergebnisse wurden hinsichtlich von Zusammenhängen mit PTBS und negativen Affekt überprüft.

Faktoren

Es zeigte sich, dass das Auftreten von schlechten Träumen – nach der Berücksichtigung negativer Affekte – mit

Schwere

Der Alptraum-Schweregrad – nach Berücksichtigung des negativen Affekts – war mit

  • größeren Sorgen,
  • Depersonalisation,
  • halluzinatorischen Erfahrungen und
  • Paranoia verbunden.

Alkoholkonsum und körperliche Aktivität waren nicht mit Alpträumen verknüpft.

Weitere Befunde waren:

  • Alpträumer berichteten über mehr Schlaflosigkeit und einen höheren Cannabiskonsum im Vergleich zu denen ohne Alpträume.
  • Verheiratete, geschiedene oder verwitwete Teilnehmer berichteten über weniger schlechte Träume im Vergleich zu Singles;
  • Studenten und jüngere Menschen träumten öfter schlecht als Vollzeitbeschäftigte und ältere Personen.

Über die Kausalität kann die Studie keine Aussagen treffen: Sind die Risikofaktoren Ursache für die Alpträume oder umgekehrt; dies sollten weitere Forschungsarbeiten herausfinden, schließen die Wissenschaftler.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: University of Oxford; Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology – doi: 10.1007/s00127-017-1408-7; Juli 2017

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