Kinderpsychologie

Kinderpsychologie

Psychologie-Lexikon

News und Forschungsartikel zur Psychologie des Kindes.

Passive Aktivitäten machen Kleinkinder unzufriedener

Eltern sollten versuchen, ihre Kleinkinder – wann immer möglich – zu aktiven Beschäftigungen zu motivieren – denn viel passiver Zeitvertreib kann das Wohlbefinden senken.

Dies ist der Schluss einer Oxford Studie, die Daten von mehr als 800 Zwei- und Dreijährigen analysierte, deren Eltern an der deutschen Haushaltserhebung 2007-10 teilnahmen.

Sie wurden u.a. befragt:

  • zu den Aktivitäten ihrer Kinder in den vorherigen zwei Wochen,
  • wie glücklich/zufrieden die Kinder den Eltern erschienen und
  • wie sie ihre Fortschritte bei Sprache, Bewegung und sozialen Fähigkeiten einschätzten.

Es zeigte sich, dass Kleinkinder, die viel Zeit vor dem Fernseher oder vor Bilderbüchern verbrachten, eher nicht so glücklich/zufrieden waren, wie diejenigen, die aktiveren Beschäftigungen nachgingen, wie Malen, Geschichten erzählen/vorlesen oder mit zum Einkaufen gingen. Diese zeigten auch eher bessere motorische und Sprachfähigkeiten.

Mitautor Laurence Roope von der Oxford Universität sagte: „Natürlich können Eltern ihre kleinen Kinder nicht jede Stunde des Tages mit diesen Aktivitäten beschäftigen, aber es ist erfreulich zu wissen, dass wenn man ihnen Bücher vorliest, mit ihnen Bilder malt oder ihnen Kinderreime beibringt, sie zusätzlich in ihrer Entwicklung unterstüzten kann“.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Oxford Universität, April 2014

Kleinkinder wertschätzen Menschen, die helfen

Nach einer neuen Studie der Queen’s University wertschätzen sogar sehr kleine Kinder Personen, die ihnen helfen, und sind motiviert den Gefallen zu erwidern.

Die Studie ergab, dass kleine Kinder denen am ehesten helfen wollten, die ihnen zuvor halfen.

„Selbst sehr kleine Kinder können hilfsbereite Personen identifizieren und sind diesen dann gegenüber hilfreich“, sagt Studienautorin Valerie Kuhlmeier (Psychologie). Schon im Alter von drei Jahren scheinen Kinder sich schon mit dem kategorischen Imperativ beschäftigt zu haben: Verhalte Dich anderen gegenüber so, wie Du erwartest, von ihnen behandelt zu werden.

In der Studie gab man den Kindern ein Puzzle. Allerdings konnten die Kinder nur einen kleinen Ausschnitt sehen. Die Kinder sahen nicht, was auf dem Bild war, aber sie konnten mit zwei Marionetten interagieren.

Marionetten werden bei Studien wie diesen eingesetzt, weil sie von Kindern in diesem Alter als Spielkameraden behandelt werden.

Eine Marionette sagte, dass sie wüsste, was auf dem Bild zu sehen ist und würde es dem Kind sagen. Die zweite Marionette sagte, dass es auch das Bild sieht, es aber nicht dem Kind sagen würde. Beide Marionetten sprachen in einem höflichen, freundlichen Ton und sahen ähnlich aus; sie unterschieden sich nur in ihrer Bereitschaft, Informationen zu liefern.

Die Kinder waren in der Lage zu bestimmen, welche Marionette hilfreich war, und als die Marionetten selbst Hilfe brauchten, um ein weiter weg liegendes Spielzeug zu erreichen oder um ein eigenes Rätsel zu lösen, entschieden sich die Kinder schnell: sie halfen der Marionette, die ihnen geholfen hatte.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Queen’s University; Mai 2013

Männliche Babys mögen Puppen lieber als Autos

Psychologen haben herausgefunden, dass vier und fünf Monate alte Jungen Puppen attraktiver finden als Autos und Trucks.

Die Forscher maßen mit modernen Eye-Tracking-Methoden, wie lange der Blick der kleinen Jungen auf den Objekten verharrte und berechneten daraus deren Vorlieben.

Die Studie, herausgegeben im Journal of Experimental Child Psychology, fand heraus, dass männliche Babys, genauso wie weibliche Babys, sich eher mit Puppen beschäftigen wollten als mit Autos.

So überraschend das auch klingen mag, und obwohl normalerweise Puppen für Mädchen und Autos für Jungen gekauft werden, zeigt die Psychologie, dass Jungen in diesem Alter tatsächlich Puppen bevorzugen, sagt die leitende Forscherin der Studie Dr. Paola Escudero vom MARCS Institute Babylab an der University of Western Sydney.

Jeder liebt es, Puppen für kleine Mädchen und Autos und Lastkraftwagen für kleine Jungen zu kaufen, das ist das Normalste der Welt, sagte die Kinderpsychologin.

Dieses Allgemeinwissen wird von vorherigen Studien unterstützt, die herausfanden, dass 3-jährige Jungen es vorziehen, mit Transport- und Bauspielzeugen zu spielen, während es Mädchen vorziehen, mit Puppen zu spielen, sagte sie.

Jedoch zeigt die neueste Eye-Tracking-Technik, dass diese geschlechtsspezifischen Vorlieben nicht im Alter von fünf Monaten existieren. Diese scheinen also das Resultat von physiologischen Veränderungen (z.B. der Hormone), der kognitiven Entwicklung oder des sozialen Drucks zu sein.

Es ist mehr kinderpsychologische Forschung notwendig um herauszufinden, was zwischen fünf Monaten und drei Jahren passiert; liegt es in der Natur oder an der Erziehung, was das Interesse kleiner Jungen an Spielzeugautos, Lastwagen und anderen stereotypisch männlich-assoziierten Spielzeug auslöst, sagt sie.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: University of Western Sydney; Dez. 2013

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