Psychische Erschöpfung, Ermüdung

Psychische / mentale Erschöpfung, Ermüdung

Biologische Psychologie – Gesundheit

Körper und Psyche: Die Auswirkungen physischer und geistiger Anstrengungen auf den Erschöpfungsgrad

03.08.2015 Haben Sie schon einmal bemerkt, wie Stress und Frustration Ihren körperlichen Zustand beeinträchtigen? Und wenn Sie sich auf der Arbeit über etwas sorgen, fühlen Sie sich am Ende des Tages auch körperlich erschöpfter? Dieses Phänomen ist ein Ergebnis der Aktivierung einer bestimmten Gehirnregion, wenn wir versuchen, sowohl körperliche als auch geistige Aufgaben gleichzeitig zu meistern.

Ranjana Mehta von der Texas A&M Health Science Center School of Public Health führte eine Studie durch, die das Zusammenspiel zwischen physischer und psychischer Erschöpfung und dem Verhalten des Gehirns untersuchte.

Präfrontaler Cortex wird verstärkt aktiviert

Wenn wir mentale und körperliche Aufgaben zur gleichen Zeit bewältigen wollen, aktivieren wir bestimmte Bereiche im Gehirn: im präfrontalen Cortex (PFC). Dies kann den Körper viel schneller ermüden, als wenn wir nur eine physische Aufgabe erledigen würden, zeigt die Studie.

Ausdauer und Erschöpfung sind natürlich schon aus physischer Sicht allein untersucht worden, in erster Linie auf den Körper und die Muskeln ausgerichtet, die bestimmte Aufgaben erledigten. Das Gehirn ist aber wie jedes andere biologische Gewebe, es kann überbeansprucht werden und unter Erschöpfung leiden.

Die vorhandenen Studien zur körperlichen und geistigen Erschöpfung beschränkten sich auf die Untersuchungen von kardiovaskulären, muskulären, und biomechanischen Veränderungen, sagte Mehta. „Der Zweck dieser Studie war, gleichzeitig Gehirn- und Muskelfunktionen zu überwachen, um die Wirkung auf den PFC festzustellen, während die Veränderungen im Verhalten des Gehirns mit den Erschöpfungswerten verglichen wurde.“

Gehirnressourcen werden aufgeteilt

Laut Mehta zeigen die Studienbefunde, dass es zu einem niedrigeren Blutsauerstoffniveau im PFC nach simultaner körperlicher und psychischer Ermüdung kam – verglichen mit physischer Erschöpfung allein.

Durch die gleichzeitige Untersuchung der Gehirn- und Muskelfunktionen konnte gezeigt werden, dass die Ressourcen des Gehirns bei anstrengenden kognitiven Aufgaben aufgeteilt werden, was die Entwicklung der physischen Erschöpfung beschleunigt.

Psyche und Physis gleichermaßen bei Erschöpfung berücksichtigen

Es ist äußerst wichtig, dass Forscher sowohl Gehirn als auch Körper berücksichtigen, wenn sie die Entwicklung von Erschöpfungszuständen und den Einfluss auf den Körper untersuchen, schreiben die Studienautoren.

Nicht viele Menschen sehen es als wichtig an, sich Körper und Gehirn (Psyche) gleichzeitig anzuschauen, sagte Mehta in der Zeitschrift Human Factors: The Journal of the Human Factors and Ergonomics Society. Jedoch, niemand arbeitet allein körperlich oder mental; es gehört immer zusammen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Texas A&M University, Human Factors and Ergonomics Society; August 2015

Musik und Achtsamkeit können die Auswirkungen mentaler Erschöpfung verringern

07.03.2020 Psychische Erschöpfung ist ein psychobiologischer Zustand, der durch längere Phasen anstrengender kognitiver Aktivität verursacht wird, die zu einer langsameren Reaktionszeit und Aufmerksamkeitsdefiziten führt.

Eine im Journal of Cognitive Enhancement veröffentlichte Studie untersuchte, ob Achtsamkeit und Musik / Binaurale Beats, die negativen Auswirkungen der mentalen Ermüdung auf die nachfolgende kognitive Verarbeitung reduzieren können.

Achtsamkeit und binaurale Beats

Jüngste Studien zeigen, dass Personen, die Achtsamkeit praktizieren, eine verbesserte Stressbewältigung und kognitive Leistung aufweisen, einschließlich eines verbesserten Arbeitsgedächtnisses und anhaltender Aufmerksamkeit.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Verwendung binauraler Beats die Daueraufmerksamkeit erhöht (binaurale Beats entstehen als Sinneseindruck, wenn dem Gehör auf jedem Ohr ein separater Ton mit leicht abweichender Frequenz dargeboten wird. Im Gehirn entsteht dann ein neuer und dazu pulsierender Ton).

Um den Einfluss von Achtsamkeit und Musik auf mental erschöpfte Personen zu untersuchen, wurden vier Gruppen zusammengestellt: eine Anfänger-Achtsamkeitsgruppe (n = 22), eine erfahrene Achtsamkeitsgruppe (n = 24), eine Gruppe mit Musik/binauralen Beats (n = 23) und eine Kontrollgruppe (n = 21).

Die Teilnehmer absolvierten 5 Testphasen am selben Tag.

  • Phase 1 bestand aus dem Fragebogen BRUMS (Erfassung der Stimmung) und einer Messung des Gedankenabschweifens mit dem SART.
  • Phase 2 bestand aus einem induzierten Zustand der psychischen Erschöpfung unter Verwendung des 90-minütigen AX-CPT.
  • Phase 3 bestand aus einem weiteren BRUMS-Fragebogen.
  • Die Probanden wurden anschließend gebeten, eine der beiden 12-minütigen Vor-Ort-Interventionen (Achtsamkeit oder binaurale Beats) durchzuführen. In Phase 5 wurde erneut das Abschweifen der Gedanken gemessen.

Auswirkungen auf geistige Erschöpfung und Abschweifen der Gedanken

Die Ergebnisse zeigen, dass die Musikgruppe und die erfahrene Achtsamkeitsgruppe am wenigsten von geistiger Ermüdung und deren Auswirkung auf das Wandern der Gedanken betroffen waren, während die Leistung der Kontrollgruppe und der Anfänger-Achtsamkeitsgruppe durch psychische Erschöpfung reduziert war.

Die Ergebnisse können somit zur Unterstützung der Verwendung von Musik/binauralen Beats zur Verbesserung der kognitiven Kontrolle, mit ähnlichen Auswirkungen wie bei der Achtsamkeit, herangezogen werden, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Journal of Cognitive Enhancement – http://dx.doi.org/10.1007/s41465-019-00162-3

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