Schuldgefühle (Psychologie)

Schuldgefühle (Psychologie)

Persönlichkeitspsychologie

Neigung zu Schuldgefühlen? Dann erscheinen Sie vertrauenswürdiger

24.07.2018 Eine psychologische Studie der Universität Chicago Booth School of Business zeigt, dass die Antizipation von Schuld (die Anfälligkeit für Schuldgefühle) einer der wichtsten Faktoren für die Einschätzung von Vertrauenswürdigkeit ist.

Emma Levine und Kollegen erfassten in sechs psychologischen Befragungen und Experimenten (Wirtschaftsspiele) vertrauenswürdiges Verhalten und Absichten.

Persönlichkeitsmerkmal Anfälligkeit für Schuldgefühle

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Personen, die im Persönlichkeitsmerkmal der Anfälligkeit für Schuldgefühle hohe Punktzahlen erzielten, gaben mehr Geld an andere Teilnehmer als Personen, die niedrige Punktzahlen bei dieser Persönlichkeitseigenschaft erzielten.

In einem der Experimente gaben Personen, die durch das Lesen eines Verhaltenskodexes auf verantwortungsvolles Verhalten vorbereitet (geprimed) wurden, eher Geld an andere Menschen als Personen, die einen Abschnitt über die Wichtigkeit lasen, für sich selbst zu sorgen.

Definition

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Studie: Die Tendenz, Schuldgefühle zu antizipieren, die die Forscher als „Anfälligkeit für Schuldgefüle“ bezeichnten bzw. definierten, ist der stärkste Prädiktor (Vorhersagevariable) dafür, als wie vertrauenswürdig diese Person von anderen Menschen angesehen wird – mehr noch als eine Reihe anderer Persönlichkeitsmerkmale (Extravertiertheit, Offenheit, Verträglichkeit, Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit).

Schuld

Anfälligkeit für Schuldgefühle ist etwas anders als Schuld empfinden. Während das Schuldempfinden nach einer Übertretung reparatives Verhalten (Wiedergutmachungsverhalten) hervorruft, spiegelt die Neigung zu Schuldgefühlen die Vorwegnahme von Schuld durch Übertretungen wider und veranlasst Menschen, Übergriffe / Verstöße von vornherein zu vermeiden.

Menschen mit einer hohen Neigung zu Schuldgefühlen, empfinden mehr zwischenmenschliche Verantwortung, wenn ihnen etwas anvertraut wird, und als solche sind sie weniger geneigt, das Vertrauen, das andere in sie setzen, auszunutzen bzw. zu missbrauchen, schreiben die Studienautoren.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Chicago – http://dx.doi.org/10.1037/pspi0000136

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