Kognitive Verhaltenstherapie bei Reizdarm-Syndrom

Kognitive Verhaltenstherapie bei Reizdarm-Syndrom

Psychotherapieformen – Behandlungsmethoden

Linderung von Reizdarm-Symptomen durch kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

11.04.2019 Wissenschaftler der Universität Southampton und des King’s College London führten eine Studie mit 558 Patienten mit Reizdarm-Syndrom durch, die trotz vorheriger Behandlungen deutliche Reizdarm-Symptome hatten.

Bauchschmerzen

Hazel Anne Everitt vom Fachbereich Psychologie und Kollegen setzten zwei Reizdarm-spezifische kognitive Verhaltenstherapieformen (eine Internet- und eine telefongestützte Form) mit acht Behandlungssitzungen ein.

Die im Fachblatt Gut publizierten Ergebnisse zeigen, dass mit beiden speziellen Formen der kognitiven Verhaltenstherapie behandelte Patienten nach 12 Monaten Behandlung über eine deutlichere Verbesserung der Symptomschwere und der Auswirkungen auf ihre Arbeit und ihr Leben berichten konnten als diejenigen, die nur eine aktuelle Standardbehandlung gegen das Reizdarm-Syndrom erhielten.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Gut – DOI: 10.1136/gutjnl-2018-317805

Nutzen von kognitiver Verhaltenstherapie bei RDS hält 2 Jahre nach der Behandlung an

05.09.2019 Frühere Forschungen (die ACTIB-Studie) unter der Leitung von Hazel Everitt von der University of Southampton in Zusammenarbeit mit Forschern des King’s College London zeigten, dass eine speziell auf das Reizdarmsyndrom zugeschnittene und über das Telefon oder eine interaktive Website angebotene kognitive Verhaltenstherapie die Symptome des Reizdarms besser lindern kann als die derzeitige Standardbehandlung ein Jahr nach der Behandlung.

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist weit verbreitet und betrifft 10-20% der erwachsenen Bevölkerung weltweit, wobei viele Menschen trotz Erstlinientherapie über anhaltende Symptome berichten. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) wird in den Leitlinien für refraktäre RDS empfohlen, aber es gibt keinen ausreichenden Zugang zu KVT bei RDS und Unsicherheit darüber, ob der Nutzen längerfristig anhält.

Eine 24-monatige Follow-up-Studie, die in Lancet Gastroenterology and Hepatology veröffentlicht wurde, zeigt nun, dass der Nutzen zwei Jahre nach der Behandlung anhält, obwohl die Patienten nach der ersten kognitiven Verhaltenstherapie keine weitere Behandlung erhielten. Diese Ergebnisse weisen auf die längerfristige Wirksamkeit von KVT beim RDS, schreiben die Studienautoren.

Die Tatsache, dass sich sowohl telefonische als auch webbasierte Verhaltenstherapie-Sitzungen als effektive Behandlungen erwiesen haben, ist eine wirklich wichtige und spannende Entdeckung, schreiben die Wissenschaftler. Die Patienten mit Reizdarm-Syndrom sind in der Lage, diese Behandlungen zu einem für sie günstigen Zeitpunkt durchzuführen, ohne in Kliniken gehen zu müssen, und man weiß nun, dass die Vorteile langfristig anhalten können.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Lancet Gastroenterology and Hepatology – DOI:https://doi.org/10.1016/S2468-1253(19)30243-2

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