PTBS bei schwangeren Frauen und ADHS beim Kind

Pränatale mütterliche posttraumatische Belastungsstörung als Risikofaktor für ADHS beim Nachwuchs

PTBS bei schwangeren Frauen und ADHS beim Kind

20.03.2024 Eine umfassende Registerstudie unter der Leitung von Anna-Clara Hollander, außerordentliche Professorin am Department of Global Public Health, Karolinska Institutet, zeigt, dass bei Kindern von Frauen, die unmittelbar vor oder während der Schwangerschaft an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) litten, später im Leben fast doppelt so häufig ADHS diagnostiziert wurde. Die Studie wurde in der Zeitschrift European Psychiatry veröffentlicht.

Bei Kindern von Frauen, bei denen unmittelbar vor oder während der Schwangerschaft eine PTBS diagnostiziert wurde, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit ADHS diagnostiziert als bei Müttern, bei denen keine PTBS diagnostiziert wurde. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass ADHS erblich bedingt ist und dass ADHS selbst ein Risikofaktor für PTBS (bei der Mutter) ist, schreiben die Autoren.

Aber auch bei Eltern, bei denen kein ADHS diagnostiziert wurde, oder bei Müttern, die keine anderen Formen von psychischen Erkrankungen haben, besteht ein Zusammenhang zwischen PTBS bei der Mutter während der Schwangerschaft und ADHS beim Nachwuchs.

Wenn die Forschungsergebnisse in anderen Ländern repliziert werden können, einschließlich Geschwistervergleichen sowohl von Müttern (Schwestern) als auch von Kindern (Geschwister oder Cousins), könnten Screening und Behandlung von PTBS bei schwangeren Frauen zur Prävention von ADHS bei Kindern eingesetzt werden, sagen die Forscher.

Bei der Studie handelte es sich um eine registergestützte Untersuchung von 553.766 Kindern, die zwischen 2006 und 2010 in Schweden geboren wurden. Eine Einschränkung besteht laut den Forschern darin, dass sie kein Geschwisterdesign verwendet haben, so dass die Ergebnisse tatsächlich auf einen genetischen Zusammenhang zwischen PTBS und ADHS zurückzuführen sein könnten. Die Forscher haben jedoch versucht, die genetische Beeinflussung in den Griff zu bekommen, indem sie die Assoziation bei Eltern, bei denen keine ADHS diagnostiziert wurde, und bei Müttern, die keine andere psychische Erkrankung als PTBS hatten, untersuchten.

In Zukunft möchten die Forscher den Zusammenhang anhand eines Geschwisterdesigns untersuchen, um festzustellen, ob er durch die Genetik erklärt werden kann. Falls nicht, würden sie gerne untersuchen, ob eine evidenzbasierte Behandlung von PTBS bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind, die Wahrscheinlichkeit von ADHS bei ihren Nachkommen verringern würde.

© Psylex.de – Quellenangabe: European Psychiatry (2024). DOI: 10.1192/j.eurpsy.2024.21

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