Risiko für psychische Erkrankungen bei Ehepartnern von Krebspatienten

Am höchsten ist das Risiko bei Ehepartnern von Patienten, bei denen Krebs mit schlechter Prognose und im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurde

Risiko für psychische Erkrankungen bei Ehepartnern von Krebspatienten

06.01.2023 Ehepartner von Krebspatienten haben ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen laut einer online in JAMA Network Open veröffentlichten Studie.

Dr. Kejia Hu vom Karolinska Institutet in Stockholm und Kollegen untersuchten in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie die Gesamtbelastung durch psychiatrische Störungen bei Ehepartnern von Patienten mit Krebsdiagnose in Dänemark und Schweden im Vergleich zu Ehepartnern von Personen ohne Krebs (exponierte und nicht exponierte Gruppen). Es wurden Daten von 546.321 Ehepartnern in der exponierten Gruppe und 2.731.574 in der nicht-exponierten Gruppe ohne vorbestehende psychiatrische Erkrankungen einbezogen.

  • Die Forscher fanden heraus, dass die Inzidenzraten von erstmals auftretenden psychiatrischen Störungen während der Nachbeobachtungszeit (Median 8,4 bzw. 7,6 Jahre) in der exponierten und der nicht-exponierten Gruppe 6,8 bzw. 5,9 pro 1.000 Patientenjahre betrugen.
  • Im ersten Jahr nach der Krebsdiagnose wurde ein Anstieg des Risikos für erstmals auftretende psychische Erkrankungen beobachtet (bereinigte Hazard Ratio: 1,30), insbesondere für Depressionen und stressbedingte Störungen (bereinigte Hazard Ratios: 1,38 bzw. 2,04).
  • Während der gesamten Nachbeobachtungszeit stieg das Risiko für das erstmalige Auftreten psychiatrischer Störungen um 14 Prozent, was für Drogenmissbrauch, Depressionen und stressbedingte Störungen ähnlich war.
  • Der Anstieg des Risikos war am deutlichsten bei Ehepartnern von Patienten, bei denen Krebs mit schlechter Prognose diagnostiziert wurde (z. B. bereinigte Hazard Ratio von 1,41 für Bauchspeicheldrüsenkrebs), bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium und wenn der Patient während der Nachbeobachtung starb (bereinigte Hazard Ratios von 1,31 bzw. 1,29).

„Diese Ergebnisse unterstützen die Notwendigkeit einer klinischen Sensibilisierung, um potenzielle psychische Erkrankungen bei den Ehepartnern von Krebspatienten zu verhindern, insbesondere in diesen Hochrisikogruppen“, schreiben die Autoren.

© Psylex.de – Quellenangabe: JAMA Netw Open. 2023;6(1):e2249560. doi:10.1001/jamanetworkopen.2022.49560

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