Schizophrenie: Kognitive Remediationstherapie hilft

Wirksamkeit, Kernelemente und Faktoren für das Ansprechen von kognitiver Remediation bei Schizophrenie

28.08.2021 Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse, die in der August-Ausgabe von JAMA Psychiatry veröffentlicht wurde, zeigt, dass die kognitive Remediationstherapie sowohl die kognitiven als auch die funktionellen Ergebnisse bei Patienten mit Schizophrenie verbessert.

Dr. Antonio Vita von der Universität Brescia in Italien und Kollegen führten eine systematische Literaturübersicht durch, um randomisierte klinische Studien zu identifizieren, in denen kognitive Remediation mit einer anderen Kontrollbedingung bei Patienten mit einer Schizophrenie-Spektrum-Störung verglichen wurde.

Auf der Grundlage von 130 Studien (8 851 Teilnehmer) kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die kognitive Remediationstherapie die Kognition und die Funktionsfähigkeit wirksam verbessert.

Faktoren für die Wirksamkeit

Zu den entscheidenden Faktoren für die Wirksamkeit gehörten

  • ein aktiver und geschulter Therapeut,
  • die strukturierte Entwicklung kognitiver Strategien und
  • die Integration mit der psychosozialen Rehabilitation.

Am besten geeignet waren Patienten

  • mit geringerer Schulbildung,
  • einem niedrigeren prämorbiden IQ und
  • einem höheren Schweregrad der Ausgangssymptome.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die kognitive Remediation eine evidenzbasierte psychotherapeutische Intervention ist, die konsequent in die klinischen Leitlinien für die Behandlung von Menschen mit Schizophrenie aufgenommen und in der klinischen Praxis verstärkt eingesetzt werden sollte, schreiben die Autoren.

Da die pharmakologische Behandlung nur begrenzte Auswirkungen auf die kognitiven Defizite hat und eine klinische Remission nicht unbedingt zu einer funktionellen Erholung führt, könnte die breite Anwendung der kognitiven Remediation einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der persönlichen Genesungsziele der Patienten leisten.

© Psylex.de – Quellenangabe: JAMA Psychiatry. 2021;78(8):848-858. doi:10.1001/jamapsychiatry.2021.0620

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