Schizophrenie- und Bipolar-I-Patienten zeigen kognitiven Abbau

Dynamische und statische kognitive Defizite bei Schizophrenie und bipolarer Störung nach der ersten Episode

Schizophrenie- und Bipolar-I-Patienten zeigen kognitiven Abbau

28.01.2022 Patienten mit Schizophrenie oder Bipolare Störung I erleiden bis ins Erwachsenenalter einen kognitiven Abbau, obwohl die Natur dieses Abbaus je nach Störung und kognitiven Funktionen variiert. Dies geht aus einer im Schizophrenia Bulletin veröffentlichten Studie hervor.

Die Studie

Dr. Jolanta Zanelli vom King’s College London und Kollegen untersuchten die Funktionsfähigkeit allgemeiner und spezifischer kognitiver Funktionen und verglichen dabei 64 Schizophrenie- und 19 Bipolar-I-Patienten mit 103 Kontrollpersonen.

Die Teilnehmer wurden prospektiv bis zu 10 Jahre nach der ersten Aufnahme beobachtet. Zu Beginn der Studie und bei der Nachuntersuchung wurde eine kognitive Testbatterie durchgeführt.

IQ, Exekutivfunktionen, Gedächtnis und verbale Fähigkeiten

Die Forscher stellten fest, dass Schizophreniepatienten in den Bereichen IQ, Exekutivfunktionen, visuelles Gedächtnis, Sprachfähigkeit und verbales Wissen deutliche Verschlechterungen aufwiesen, die in unterschiedlichem Alter auftraten. Bei der ersten Episode waren Defizite im verbalen Gedächtnis, im Arbeitsgedächtnis, in der Verarbeitungsgeschwindigkeit und in den visuell-räumlichen Fähigkeiten festzustellen; danach blieben sie unverändert.

Ein Rückgang des IQ, des verbalen Wissens und der Sprachfähigkeit wurde auch bei Bipolar-I-Patienten beobachtet, allerdings in einem anderen Alter als bei Schizophreniepatienten und nur bei den verbalen Funktionen. Die Verschlechterungen bei den Messwerten für das verbale Gedächtnis, die Verarbeitungsgeschwindigkeit und die Exekutivfunktionen blieben stabil.

Den kognitiven Defiziten bei Schizophrenie und Bipolar I können sowohl gemeinsame als auch einzigartige pathophysiologische Mechanismen über die gesamte Lebensspanne zugrundeliegen, schreiben die Autoren. Pharmakologische und psychologische Maßnahmen, die auf einzelne kognitive Funktionen während bestimmter Zeiträume abzielen, könnten daher am effektivsten sein.

© Psylex.de – Quellenangabe: Schizophrenia Bulletin, sbab150, https://doi.org/10.1093/schbul/sbab150

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