Sport statt Bildschirm: Der Schlüssel zu glücklicheren, gesünderen Kindern

Die Beziehungen zwischen dem Wohlbefinden von Schulkindern, sozioökonomischer Benachteiligung und außerschulischen Aktivitäten

23.06.2022 Ob Sporttraining, Musikunterricht oder ein zwangloses Treffen mit Freunden – wenn Kinder an außerschulischen Aktivitäten teilnehmen, fühlen sie sich mit größerer Wahrscheinlichkeit glücklicher und gesünder als ihre Altersgenossen, die vor einem Bildschirm sitzen.

In einer neuen Studie der University of South Australia fanden Forscher heraus, dass das Wohlbefinden von Kindern steigt, wenn sie an außerschulischen Aktivitäten teilnehmen, während es sinkt, wenn sie Zeit mit sozialen Medien oder Videospielen verbringen.

Die Studie

Die in der Fachzeitschrift BMC Pediatrics veröffentlichte Studie analysierte Daten von 61.759 Schülerinnen und Schülern der Klassen 4 bis 9 (2018 South Australian Well-being and Engagement Collection) und ermittelte die durchschnittliche Anzahl der Tage pro Woche, an denen die Kinder an außerschulischen Aktivitäten (15 bis 18 Uhr) teilnahmen, und maß diese anhand von Wohlbefindensfaktoren – Glücksempfinden, Traurigkeit, Sorgen, Engagement, Ausdauer, Optimismus, Emotionsregulation und Lebenszufriedenheit.

Die Studie ergab u.a., dass die meisten Schüler an vier Tagen der Schulwoche fernsehen und an drei Tagen der Woche Zeit in den sozialen Medien verbringen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass wir Wege finden müssen, um Kinder jeden Alters und jeder Herkunft zu ermutigen, sich an Aktivitäten zu beteiligen, die sie von Fernsehen, Computern und mobilen Geräten fernhalten“, sagt Studienautorin Dr. Rosa Virgara.

Faktor sozioökonomischer Hintergrund

Die Untersuchung zeige auch deutliche Unterschiede zwischen Kindern mit niedrigem und hohem sozioökonomischen Hintergrund.

Kinder aus niedrigeren sozioökonomischen Verhältnissen, die häufig Sport trieben, waren mit 15 % höherer Wahrscheinlichkeit optimistisch, mit 14 % höherer Wahrscheinlichkeit glücklich und zufrieden mit ihrem Leben und mit 10 % höherer Wahrscheinlichkeit besser in der Lage, ihre Emotionen zu regulieren.

Umgekehrt hatten Kinder, die Videospiele spielten und soziale Medien nutzten, fast immer ein geringeres Wohlbefinden: bis zu 9 % weniger wahrscheinlich glücklich, bis zu 8 % weniger optimistisch und 11 % wahrscheinlicher, dass sie aufgaben.

Kinder, die stärker gefährdet waren, stammten tendenziell aus niedrigeren sozioökonomischen Verhältnissen, was auf einen deutlichen Bedarf an größerer Unterstützung in diesen Bereichen hinweist, sagt Virgara. „Da viele dieser Kinder gut auf das Sporttreiben ansprachen, könnten Bildungsinitiativen und die weitere Finanzierung staatlicher Programme eine gute Option sein.“

„Alles in allem ist die Botschaft klar: Fernsehen, Computerspiele und das Scrollen durch die sozialen Medien tragen nicht dazu bei, ein positives psychisches Wohlbefinden bei Kindern aufzubauen oder zu erhalten.“

© Psylex.de – Quellenangabe: BMC Pediatrics (2022). DOI: 10.1186/s12887-022-03322-1

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