Sportkonsum steigert psychisches Wohlbefinden

Die Freude am Sport: Wie das Anschauen von Sportveranstaltungen das psychische Wohlbefinden steigern kann

Sportkonsum steigert psychisches Wohlbefinden

16.04.2024 Für viele Menschen ist der Sport seit langem eine Quelle der Freude und Entspannung. Das Anschauen von Sport bzw. Sportveranstaltungen, insbesondere bei großen Zusammenkünften, geht über Unterhaltung hinaus. Es fördert ein Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit unter den Zuschauern. Dieses Gefühl der Verbundenheit gibt nicht nur dem Einzelnen ein gutes Gefühl, sondern kommt auch der Gesellschaft zugute, indem es die Gesundheit verbessert, die Produktivität steigert und die Kriminalität verringert, sagen Forscher einer in Sports Management Review veröffentlichten Studie.

Obwohl die positiven Auswirkungen des Sports allgemein anerkannt sind, bieten die vorhandenen Studien über den Zusammenhang zwischen dem Sportkonsum und dem Wohlbefinden nur begrenzte Belege.

Angesichts dieser Lücke hat ein Forscherteam unter der Leitung von Associate Professor Shintaro Sato von der Fakultät für Sportwissenschaften der Waseda-Universität in Japan eine neue Studie durchgeführt.

Sato, Assistenzprofessor Keita Kinoshita von der Nanyang Technological University, und Dr. Kento Nakagawa von der Fakultät für Humanwissenschaften der Waseda University verwendeten einen multimethodischen Ansatz, der die Analyse von Sekundärdaten, Selbstauskünfte und Neuroimaging-Messungen kombinierte, um den Zusammenhang zwischen Sportkonsum und Wohlbefinden in der Allgemeinbevölkerung zu verstehen.

Die Studien

In der ersten Studie analysierten die Forscher umfangreiche öffentlich zugängliche Daten über den Einfluss des Sportkonsums auf 20.000 japanische Einwohner. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigten das anhaltende Muster eines erhöhten psychischen Wohlbefindens in Verbindung mit regelmäßigem Sportkonsum. Diese Studie war jedoch dadurch eingeschränkt, dass sie keinen tieferen Einblick in die Beziehung zwischen Sportkonsum und Wohlbefinden geben konnte.

Die zweite Studie, eine Online-Befragung, mit der untersucht werden sollte, ob der Zusammenhang zwischen Sportkonsum und Wohlbefinden je nach Sportart variiert, umfasste 208 Teilnehmer. Im Rahmen des Experiments wurden sie verschiedenen Sportvideos ausgesetzt und ihr subjektives Wohlbefinden vor und nach dem Anschauen bewertet. Die Ergebnisse unterstrichen, dass weit verbreitete Sportarten wie Baseball einen stärkeren Einfluss auf das Wohlbefinden haben als weniger populäre Sportarten, wie z. B. Golf.

Veränderung der Gehirnstrukturen

Der innovativste Aspekt dieser Forschung kam jedoch in der dritten Studie zum Vorschein. Hier setzte das Team Neuroimaging-Techniken ein, um die Veränderungen der Gehirnaktivität nach dem Sportschauen zu untersuchen. Mithilfe multimodaler MRT-Neuroimaging-Messverfahren wurde die Gehirnaktivität von vierzehn gesunden japanischen Teilnehmern analysiert, während sie Sportclips ansahen.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigten, dass das Anschauen von Sport eine Aktivierung der Belohnungsschaltkreise im Gehirn auslöste, die auf Glücksgefühle oder Freude hinweisen. Darüber hinaus ergab die strukturelle Bildanalyse ein bemerkenswertes Ergebnis. Es zeigte sich, dass Personen, die angaben, häufiger Sport zu schauen, ein größeres Volumen an grauer Substanz in Regionen aufwiesen, die mit Belohnungsschaltkreisen in Verbindung stehen, was darauf hindeutet, dass regelmäßiges Sportschauen allmählich Veränderungen in den Gehirnstrukturen hervorrufen kann.

Veränderungen im Belohnungssystem des Gehirns

„Es wurde festgestellt, dass sowohl subjektive als auch objektive Maße des Wohlbefindens durch das Sportschauen positiv beeinflusst werden. Indem es im Laufe der Zeit strukturelle Veränderungen im Belohnungssystem des Gehirns hervorruft, begünstigt es langfristige positive Effekte für den Einzelnen. Für diejenigen, die ihr allgemeines Wohlbefinden verbessern wollen, kann das regelmäßige Anschauen von Sport, insbesondere von populären Sportarten wie Baseball oder Fußball, ein wirksames Mittel sein“, kommentiert Sato.

Die Studie hat laut den Autoren tiefgreifende Auswirkungen und leistet einen theoretischen Beitrag zur Sportmanagement-Literatur. Die vorhandene Forschungsliteratur hat sich in erster Linie auf Sportfans konzentriert; diese Studie hat jedoch eine größere Bevölkerungsgruppe unabhängig von ihrer Beziehung zum Sportkonsum in Betracht gezogen. Diese Forschung kann einen wichtigen Beitrag zur Sportmanagementpraxis und zur Politikgestaltung im Bereich der öffentlichen Gesundheit leisten, schließen die Forscher.

© Psylex.de – Quellenangabe: Sport Management Review (2024). DOI: 10.1080/14413523.2024.2329831

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