Abstinenz kann alkoholinduzierte Depression lindern

Alkoholinduzierte Depression

Psychische Störungen: Depressive Störungen

Abstinenz kann alkoholinduzierte Depressionen lindern

19.02.2013 Eine neue Studie zeigt, dass starkes Trinken zu Stimmungsproblemen führen kann, die oft in eine depressive Störung, der sogenannten „substanzinduzierte Depression“ bzw. „alkoholinduzierten Depression“ münden können.

Substanzinduzierte Depression

Obwohl Experten schon lange bekannt ist, dass starkes Trinken temporäre Episoden von Depression hervorrufen kann – was als „substanzinduzierte Depression“ bekannt ist, zeigt die neue Forschungsstudie die Prävalenz und klinische Wichtigkeit des Phänomens.

„Ich weiß nicht, ob der normale Mensch realisiert, dass starkes Trinken Stimmungsprobleme herbeiführen kann“, sagte Hauptforscher Marc A. Schuckit, M.D. von der University of California, San Diego School of Medicine.

Depression durch Alkohol
Depression durch Alkohol

Alkoholinduzierte Depression

Was fast noch mehr zählt ist, dass nicht jeder Arzt das weiß. Aber es ist wichtig, dass er oder sie diesen Problemen besondere Aufmerksamkeit schenkt, sagt Schuckit. Denn alkoholinduzierte Depression, also durch schweres Trinken verursachte Depression, hat eine andere Prognose und wird auch anders behandelt als Episoden einer Major Depression, die nicht im Kontext schweren Trinkens gesehen werden.

Symptome

Obwohl die Symptome unabhängiger und substanzinduzierter Depression identisch sein können, können die Symptome von alkoholinduzierter Depression wahrscheinlich innerhalb von mehreren Wochen bis zu einem Monat bei Abstinenz abklingen und verlangen selten, dass man Antidepressiva verabreichen muss.

Die Befunde kommen aus einer 30-jährigen Studie mit fast 400 Männern, die zu Begin 18 Jahre alt waren.
Etwa die Hälfte hatten ein gesteigertes Risiko für Trinkprobleme, weil ihre Väter Alkoholiker waren. Über drei Jahrzehnte entwickelten etwa 41 Prozent der Männer mit alkoholischen Vätern Alkoholmissbrauch oder Alkoholismus, und fast 20 Prozent erlitt mindestens eine größere Depression.

Die Forscher stellten fest, dass für die Männer mit Alkoholproblemen fast ein Drittel jener größeren depressiven Episoden nur entstand, während sie schwer tranken.

Folglich ist es wichtig, dass Arzte Alkoholprobleme als eine mögliche Ursache für die Depressionssymptome der Patienten betrachten, sagte Schuckit, anstatt einfach „den Rezeptblock zu zücken und ein Antidepressivum zu verschreiben“.

Abstinenz

Wenn Alkohol die Ursache ist, „verschwindet die Depression sehr wahrscheinlich mit der Abstinenz“, sagte Schuckit.

Viele Leute denken, dass einige Personen schwer trinken, weil sie depressiv sind; für einige stimmt das. Aber Schuckits Team fand tatsächlich keine Belege, dass diese Personen mit einer Geschichte größerer Depression ein gesteigertes Risiko für die Entwicklung von zukünfitigen Alkoholproblemen hatte.

„Wenn Sie ein Alkoholiker sind, werden Sie viele Stimmungsprobleme haben“, sagte Schuckit. „Und Sie können dazu verleitet werden zu sagen, dass ‚ich viel trinke, weil ich depressiv bin‘, Es kann sein, dass Sie Recht haben, aber es ist viel wahrscheinlicher, dass Sie depressiv sind, weil Sie schwer trinken“.

Quelle: Journal of Studies on Alcohol and Drugs

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