Depression: Feiertagsblues, Festtagsblues

Feiertagsblues, Festtagsblues
Depression an den Feiertagen

Psychische Krankheiten: Sozialpsychologie

Feiertags-Blues kann Depression signalisieren

Die Feiertage können eine besonders schwierige Zeit für Menschen sein, die unter Depression leiden.
Experten vom Gottlieb Memorial Hospital, Teil des Loyola University Gesundheitssystems (USA), sagen, dass man erkennen kann, ob Personen depressiv sind, und eingreifen sollte, bevor sie in der Notaufnahme wegen selbstverletzendem bzw. suizidalem Verhalten enden.

Für jene, die kein unterstützendes System, keine Freunde, keine Familie, keine geliebten Menschen oder selbst keine Kollegen haben, können die Feiertage sich als sehr gefährlich erweisen, sagte Dr. Mark DeSilva, medizinischer Direktor der Notfallstation im Gottlieb Memorial Krankenhaus in einer Krankenhauspressemitteilung. Überall gibt es Versammlungen, Austausch von Geschenken, Glück und Liebe. Wenn Sie nicht dabei sind, wenn der Rest der Welt sich freut und genießt, kann dies sehr bitter sein.

Obwohl die Feiertage Verzweiflungstaten bei instabilen Menschen hervorrufen können, gibt es normalerweise eine Reihe von Warnzeichen, die zu diesem Verhalten führen können. DeSilva bietet die folgenden Hinweise an, die helfen könntenm die ‚roten Flaggen‘ zu identifizieren:

Warnzeichen / Symptome

  • Unsoziales Verhalten: Die meisten Leute sind damit beschäftigt, zu sozialen Versammlungen zu gehen, einzukaufen, Festivitäten zu besuchen und sich mit Freunden zu treffen, sagte DeSilva. Man sollte nach jenen schauen, die soziale Interaktion meiden, oder die permanent keine Ereignisse besuchen, obwohl sie sagen, dass sie es werden.
  • Wütend sein: Die Person zeigt Sarkasmus, Unglücklichsein oder Kritik an der Freude anderer Menschen zu dieser Zeit und ist konsistent pessimistisch, sagt DeSilva.
  • Missbrauch von Drogen oder Alkohol: Bier, Cocktails oder andere Drogen, die während der Feiertage griffbereit sind, werden mehr eingenommen, um den Schmerz zu betäuben, den die Person fühlt, und ermöglicht eine Flucht vor der Realität, erklärte er.
  • Fehlen bei der Arbeit oder anderen Ereignissen: Mit Personen konfrontiert werden, die glücklich und froh sind, ist oft für diejenigen problematisch, die den Feiertagsblues fühlen, sagt DeSilva. Es kann sein, dass sie häufig abwesend oder sehr spät zur Arbeit kommen oder sich überhaupt nicht an sozialen Ereignissen oder Aktivitäten beteiligen.
  • Übermäßige Schläfrigkeit: Der Feiertagsblues bzw. die Depression zeigt sich oft in der Gestalt von äußerster Erschöpfung oder Müdigkeit. Der Körper schaltet runter, um vor der täglichen Welt zu fliehen, warnte DeSilva.

Jeder, der dieses Verhalten bei einem Freund oder Bekanntem erkennt, sollte seine „Fühler ausstrecken“, besonders, wenn sie schwer vom Konjunkturabschwung getroffen worden sind.

Wenn man erkennt, ob jemand in Schwierigkeiten ist und möglicherweise sowas wie einen Feiertagsblues signalisiert, kann man sie/ihn ansprechen – das Problem ansprechen – und den Menschen vielleicht nicht nur vor einem Aufenthalt in der Notfallambulanz, sondern möglicherweise ein Leben retten, schloss DeSilva.
Quelle: U.S. National Institute of Mental Health, Dez. 2011

Festtagsblues älterer Menschen

Der Festtagsblues (älterer Menschen) ist ein Problem, das während der Feiertagssaison besonders zu Weihnachten auftauchen kann. Die Entdeckung der Warnzeichen durch Familienmitglieder können dem Betroffenen zu schnellerer Hilfe verhelfen.

Experten der University of Michigan sagen, dass die berichteten Merkmale / Symptome harmlos sein können, oder z.B., dass der Verwandte erscheint, als wäre er nicht mehr er selbst. Oder, dass er/sie ängstlicher, reizbarer, weniger Freude zeigt oder ruhiger als sonst ist.

Eine andere Beobachtung ist, dass der Betroffene darauf fokussiert zu sein scheint, über Leute zu reden, die gestorben sind, oder dass er das Interesse an einstmals Freude-bringenden Dingen verloren hat.

Es ist möglich, dass diese Veränderungen Zeichen einer Altersdepression sind, die ca. einen von sieben älteren Menschen betreffen kann. Sie betrifft oft diejenigen, die ein ernstes körperliches Problem erlitten haben, sei es ein Herzinfarkt, Krebs, Lungenkrankheit oder Probleme mit ihren Hüften und Gelenken.

Helen C. Kales, M.D. hört diese Geschichten oft jedes Jahr von Familienmitgliedern, die über ihre Familienmitglieder berichten, weil sie an den Feiertagen eine ernste Änderung in deren Verhalten bemerken.

Als Psychiaterin, die sich auf die Hilfe von älteren Leuten mit Depression und anderen psychischen Krankheiten spezialisiert hat, weiß Kales, dass sie oft die Hilfe eines Familienmitglieds braucht, um bei einer älteren Person die Symptome zu erkennen.

Eine der wichtigen Dinge, die an den Feiertagen geschehen ist, dass Familien diese Symptome und Veränderungen zum ersten Mal entdecken. Zum Beispiel, erscheint das Haus verändert, sagte Kales.

Es ist ein Mythos, dass Depression ein normaler Teil des Alterns ist, und dass es natürlich ist, müde und traurig zu werden und den Blues zu bekommen. Normales Altern ist nicht mit Depressionen verbunden, und eine Lebensdepression im späteren Leben ist wie jede andere Form auch behandelbar, sagte sie.

Eines sollte an den Feier- bzw. Festtagen vermieden oder zumindestens zurückgefahren werden: der Alkoholkonsum. Es ist sehr wichtig, dass ältere depressive Menschen ihren Konsum von Alkohol reduzieren sollten, warnt Kales. Manchmal verwenden sie ihn, damit er ihnen hilft, ihre Stimmung zu heben oder besser schlafen zu können, aber das wird er auf Dauer nicht.

Für diejenigen, deren Depressionssymptome für Wochen oder Monate andauern, betont Kales: Suchen Sie eine Beratung oder Therapie auf. Reden Sie mit einem Psychologen, Sozialarbeiter oder Psychotherapeuten.

Familien sollten ihre Augen und Ohren offen halten für Zeichen von Depressionen bzw. eines Blues in der Feiertagszeit bzw. Festtagszeit bei älteren Verwandten, besonders an den Feiertagen selbst, im Urlaub, wenn sie die Möglichkeit haben, für einige Zeit zusammenzukommen. Wenn jemand Hilfe zu brauchen scheint, fürchten Sie nicht, dies anzusprechen.

Fakten über die Depression in den späten Lebensjahren:

  • Etwa 15 Prozent der älteren Menschen zeigen Anzeichen einer Depression.
  • Depression ist etwas anderses als temporärer „Blues“ oder eine zuende gegangene Liebe; sie dauert länger und wird nicht weniger von Tag zu Tag.
  • Symptome können sein: Sorgen, Reizbarkeit, Verlust des Vergnügens an Aktivitäten, Gefühl der Hoffnungslosigkeit und der Wertlosigkeit, und sich verschlechterte physische Schmerzen.
  • Einige der Depressionssymptome, die bei jüngeren Leuten häufig sind, wie eine verlängerte Traurigkeit, sind bei älteren Leuten nicht so verbreitet.
  • Ältere Menschen entwickeln altersgebundene Gesundheitsprobleme wie Herzkrankheiten, Komplikationen durch Diabetes, Lungenkrankheiten, Seh- oder Hörverlust; diese Probleme könnten Depressionssymptome ‚überdecken‘ oder/und auslösen.
  • Andere Auslöser für Depression sind z.B.: Verlust einer geliebten Person, Verlust sozialer Netzwerke, der Tumult an den Fest- / Feiertagen.

Quelle: University of Michigan Health System – 2006

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