Psychische Erkrankungen und Mobbing

Psychische Störungen, Krankheiten, Erkrankungen
und Mobbing

Klinische Psychologie – Psychische Krankheiten

Mobbing in Kindheit verbunden mit psychischen Erkrankungen

04.03.2013 Die Auswirkungen von Mobbing setzen sich ins Erwachsenenalter fort, sowohl für das Opfer als auch für den Bully (Täter), wobei die schlimmsten Auswirkungen bei denen auftreten, die sowohl Opfer als auch Mobber sind, laut der 20. Februar Ausgabe von JAMA Psychiatry.

Im Erwachsenenalter psychisch krank ?

William E. Copeland, Ph.D. vom Duke University Medical Center in Durham, N.C. und Kollegen führten eine vorausgerichtete Kohortenstudie mit 1.420 Teilnehmern durch, die tyrannisiert worden waren, um zu überprüfen, ob Täter/Opfer von Mobbing in der Kindheit später im Erwachsenenleben eher psychiatrische Probleme und Suizidalität entwickeln.

Die Forscher stellten fest, dass die Raten der psychischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen, bei Kindern und ebenfalls auch die Familienprobleme für Opfer und Mobber erhöht waren.

Opfer: Agoraphobie, GAS und Panikstörung

Bullying und psychische Krankheiten
Bullying und psychische Krankheiten

Opfer von Mobbing hatten eine bedeutend höhere Prävalenz (Auftretenshäufigkeit) von

nachdem man auch andere pädiatrische psychiatrische Probleme und Familiennöte berücksichtigt hatte.

Mobber und Opfer: Depression, Panikstörung, Agoraphobie und Suizid

Teilnehmer, die Mobber und Opfer waren, hatten ein bedeutend erhöhtes Risiko für

  • Depression im jungen Erwachsenenalter (RR 4,8),
  • Panikstörung (RR 14,5),
  • Agoraphobie (nur Frauen; RR, 26,7) und
  • Suizidalität (nur Männer; RR 18,5).

Das einzige Risiko für alleinige Mobber war eine antisoziale Persönlichkeitsstörung (RR 4,1).

Mobbing ist nicht nur ein harmloser Übergangsritus oder ein unvermeidlicher Teil des Erwachsenwerdens.
Mobbingopfer haben ein erhöhtes Risiko für emotionale Störungen in Erwachsenenalter. Bully/Opfer haben das höchste Risiko und denken am wahrscheinlichsten über Suizid nach oder begehen ihn, schreiben die Autoren. „Diese Probleme sind mit großen emotionalen und finanziellen Kosten für die Gesellschaft verbunden“.

Mobben erhöht das Risiko für psychische Störungen – und umgekehrt

05.12.2019 Eine im Journal of Adolescent Health veröffentlichte Studie legt nahe, dass es eine wechselseitige Beziehung zwischen Mobbing und psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen gibt.

Die Forscher berichten, dass Mobbing das Risiko für die Entwicklung von Internalisierungsproblemen erhöht, und dass Probleme mit der Internalisierung die Wahrscheinlichkeit erhöhen, andere zu mobben.

Während sich die bisherige Forschung auf die Ursachen und Folgen von Mobbing-Opfern konzentriert hat, ist dies die erste psychologische Studie,die den zeitlichen Ablauf zwischen Mobben und psychischen Problemen umfassend untersuchte, schreiben die Wissenschaftler.

Die Forscher analysierten Daten von 13.200 Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren, um den bidirektionalen Zusammenhang zwischen Mobbing und Internalisierungsproblemen zu untersuchen.

Auftretenshäufigkeit des Mobbens

  • 79 Prozent der Befragten berichteten, dass sie nie andere gemobbt haben,
  • 11 Prozent, dass sie vor über einem Jahr jemand schikaniert hatten, und
  • 10 Prozent berichteten, dass sie im vergangenen Jahr andere gemobbt hatten.
  • 16 Prozent der Mobber berichteten, sie hätten andere vor über einem Monat gemobbt, und
  • 5 Prozent berichteten, dass sie andere im vergangenen Monat gemobbt hatten.

Häufigkeit Probleme mit der psychischen Gesundheit

Mobbende Jugendliche berichteten im Vergleich zu nichtmobbenden eher über eine moderate bis hohe Auftretenshäufigkeit von Problemen der psychischen Gesundheit.

Auf der anderen Seite stellten die Forscher fest, dass Jugendliche mit mittelschweren bis großen Internalisierungsprobleme auch eher andere mobbten verglichen mit Befragten, die keine oder nur eine geringe Inzidenz von psychischen Problemen, Störungen bzw. Erkrankungen aufwiesen.

Die Studienbefunde zeigen, dass die Verknüpfung zwischen Mobbing und psychischen Problemen wahrscheinlich bidirektional ist, schließen die Studienautoren um Marine Azevedo Da Silva von der Columbia University’s Mailman School of Public Health.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Journal of Adolescent Health (2019). DOI: 10.1016/j.jadohealth.2019.09.022

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