Psychisch krank durch Toxoplasma gondii?

Psychische Störungen, Krankheiten, Erkrankungen:
Toxoplasma gondii

Klinische Psychologie – psychische Krankheitsbilder

Können Katzen psychische Störungen verursachen?

01.03.2016 Eine neue Studie der Duke University untersuchte, ob der Erreger Toxoplasma gondii – verantwortlich für die häufig bei Katzen auftretende Infektionskrankheit Toxoplasmose – psychische Störungen beim Menschen auslösen kann.

Toxoplasmose

T. gondii kann eine Reihe von verschiedener Säugetiere und Vögel befallen. Aber nur in Katzen können sie Eier produzieren, die durch den ausgeschiedenen Kot dann andere Tiere und Menschen als Zwischenwirte befallen können.

Studien haben gezeigt, dass mit dem Parasiten befallene Mäuse ihre Furcht vor Katzen verlieren, was nahelegt, dass der Parasit das Gehirn der Maus beeinflusst, damit sie wahrscheinlicher von einer Katze gefressen werden kann; was wiederum der Verbreitung von T. gondii dient.

Natürlich haben Wissenschaftler sich gefragt, ob T. gondii Menschen auf eine ähnliche Weise befallen kann. Obwohl die häufigste Übertragung des Erregers über kontaminierte Lebensmittel stattfindet, ist es wahrscheinlich von der eigenen Katze über infizierten Kot angesteckt zu werden, wenn man sich nicht dauernd die Hände wäscht.

Schätzungen sagen, dass etwa ein Drittel aller Menschen mit T. gondii infiziert worden sind. Auch wenn der Parasit von einem intakten Immunsystem abgewehrt werden kann, kann der Erreger in seltenen Fällen auch Geburtsfehler (wie Epilepsie, Blindheit) bei Kindern verursachen, deren Mütter in der Schwangerschaft infiziert wurden.

Auch wurden in den letzten Jahren untersucht, ob Toxoplasmose für eine Reihe von psychischen Erkrankungen verantwortlich gemacht werden kann, so z.B. für Schizophrenie, bipolare Störung und riskantes bzw. suizidales Verhalten.

Keinen Zusammenhang gefunden

Die neue in der Zeitschrift PLoS ONE veröffentlichte Studie legt aber nahe, dass dies wohl tatsächlich nicht der Fall ist. Die Forscher fanden, dass es insgesamt keine klaren Belege dafür gibt, dass T. gondii mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen, schwache Impulskontrolle, Persönlichkeitsänderungen oder neurokognitive Beeinträchtigungen verbunden ist.

Für die Studie analysierten die Wissenschaftler um Karen Sugden die Daten von über 800 neuseeländischen Männern und Frauen aus einem Zeitraum von 38 Jahren. Etwa 30 Prozent dieser Personen wurden positiv auf T. gondii Antikörper getestet, was heißt, dass diese Personen mit dem Parasiten infiziert worden waren.

Die Forscher sahen sich die Daten zur psychischen Verfassung dieser Personen bei 12 verschiedenen Zeitpunkten im Laufe des Lebens an, und stellten fest, dass mit T. gondii infizierte Teilnehmer kein erhöhtes Risiko für kognitive oder psychische Störungen hatten.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Duke University, PLoS ONE; Feb. 2016

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