Stottern kann mit Ängstlichkeit verbunden sein

Studie untersuchte Angst- und Depressionssymptome bei stotternden Kindern und Heranwachsenden

04.02.2022 Stotternde Kinder und Jugendliche weisen im Vergleich zu nicht-stotternden Gleichaltrigen erhöhte Angstsymptome auf laut dem Ergebnis einer neuen Studie des University College London und der Western Norway University of Applied Sciences.

Die Studie

Die im Journal of Speech, Language and Hearing Research veröffentlichte Studie untersuchte die Ergebnisse von elf früheren Forschungsarbeiten zu stotternden Kindern und Jugendlichen (zwei bis 18 Jahre) in Bezug auf Angst- und Depressionssymptome.

Obwohl es zwischen den Studien erhebliche Unterschiede bei den angegebenen Angstsymptomen gab, wiesen stotternde Kinder und Jugendliche insgesamt eine höhere Ängstlichkeit auf als Gleichaltrige. Es gab zu wenige Studien über Depressionen, um verlässliche Aussagen über das Risiko für stotternde Jugendliche zu machen.

Stottern bei Kindern

Von Stottern sind etwa 5-8 Prozent der Kinder im Schulalter betroffen. Ein erhöhtes Risiko für Ängste bei stotternden Erwachsenen ist gut dokumentiert, aber über den Beginn von Angstzuständen in dieser Bevölkerungsgruppe ist wenig bekannt.

Die Hauptautorin Ria Bernard vom Fachbereich Psychologie des UCL sagte: Eine wichtige Erkenntnis aus dieser Untersuchung ist, dass Kinder und Jugendliche, die stottern, keine homogene Gruppe sind. Es ist wahrscheinlich, dass eine Vielzahl von Faktoren sowohl für das Risiko als auch für die Widerstandsfähigkeit gegenüber Ängsten in dieser Bevölkerungsgruppe verantwortlich ist. Wir waren nicht in der Lage, mögliche Einflussfaktoren mit den verfügbaren Daten zuverlässig zu untersuchen, und daher besteht in diesem Bereich weiterer Forschungsbedarf.

Die hohe Variabilität der Ergebnisse bedeutet, dass nicht alle jungen Menschen, die stottern, Angstzustände haben. Die Autoren vermuten, dass erhöhte Ängstlichkeit andere Risikofaktoren widerspiegeln könnte, wie z. B. Mobbing, Zugang zu Therapie oder eine familiäre Vorgeschichte mit Angst und Depression, die das Risiko oder die Resilienz bei stotternden Kindern und Jugendlichen erhöhen könnten. Nur wenige Studien haben über diese zusätzlichen Variablen berichtet, so dass derzeit unklar ist, welche Faktoren zu diesem erhöhten Risiko beitragen.

Am wichtigsten ist jedoch, dass diese Ergebnisse nichts über die Auswirkungen von Interventionen auf die Angst aussagen. Interventionsansätze können sich auf die Verbesserung des Redeflusses, auf Strategien zur Bewältigung von Sprechfehlern oder auf eine Kombination aus beidem konzentrieren.

Die Studienergebnisse unterstreichen jedoch die Notwendigkeit, die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von stotternden Kindern und Jugendlichen sorgfältig zu überwachen.

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of Speech, Language, and Hearing Research (2022). DOI: 10.1044/2021_JSLHR-21-00236

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