Umstände beeinflussen Lebenszufriedenheit ähnlich stark wie Persönlichkeit

Für ein gutes Leben sind Verhaltensweisen und Umstände genauso wichtig wie psychologische Eigenschaften

Umstände beeinflussen Lebenszufriedenheit ähnlich stark wie Persönlichkeit

26.04.2023 Glück kann man nicht kaufen, aber es hängt auch nicht hauptsächlich von der eigenen Einstellung ab, wie viele Glücks- und Lebenszufriedenheitsumfragen vermuten lassen, so eine aktuelle Studie von Psychologen der Cornell University.

Sie stellten fest, dass objektive Umstände und Verhaltensweisen wie Wohlstand und Gesundheit das Glücksempfinden ebenso stark beeinflussen wie subjektive psychologische Eigenschaften wie ein aufgeschlossenes Wesen.

Ihre Analyse zeigt, dass Erhebungen über Glück und Lebenszufriedenheit die Bedeutung psychologischer Eigenschaften überbewerten, weil sie auf ähnliche Weise gemessen werden: indem die Befragten gebeten werden, sich selbst anhand von Skalen oder Multiple-Choice-Fragen zu bewerten, manchmal sogar anhand derselben Fragen.

Doch eine methodische Änderung – einfach jemanden zu fragen, wie es ihm geht – ermöglicht einen faireren Vergleich. Bei den schriftlichen Antworten auf eine solche offene Frage in einer großen Studie verschwand der große Vorteil der Persönlichkeit gegenüber den Umständen und Verhaltensweisen, so die Analyse.

„Wenn man sich die Forschung ansieht, legt sie nahe, dass Menschen einfach glücklicher sind, weil sie eine glückliche Persönlichkeit haben“, sagte Studienautor William Hobbs, Assistenzprofessor für Psychologie am College of Human Ecology und am College of Arts and Sciences. „Unsere Studie legt nahe, dass dies nicht der Fall ist, sondern dass es viele Faktoren gibt, die zum Glücklichsein beitragen. Für einige mag es mit der Persönlichkeit zu tun haben, für andere mit Geld sparen, Sport treiben oder Zeit mit Familie und Freunden verbringen.“

Bei der Analyse der Antworten auf die offenen Fragen stellten die Forscher fest, dass die gemessenen Umstände und psychologischen Eigenschaften in etwa gleich stark mit dem Glücksempfinden der Befragten zusammenhingen.

„Wenn wir keine Selbsteinschätzungen und geschlossenen Fragen zur Untersuchung des Glücks verwenden, dann sind Dinge wie Gesundheit und Geld und in gewissem Maße auch soziale Bindungen genauso stark mit dem Glück verbunden wie die Persönlichkeit“, so Hobbs. „Wenn wir dieses methodische Problem korrigieren, dann sehen sie ungefähr gleich aus.“

Während geschlossene Fragen für die Forscher von entscheidender Bedeutung sind, um die Höhen und Tiefen des Lebens zu verfolgen und die Ergebnisse zu vergleichen, weisen Hobbs und Kollegen darauf hin, dass der von ihnen untersuchte offene Ansatz „eine vielversprechende Ergänzung des Repertoires der Studien über Wohlbefinden und Wellness zu sein scheint und eine Sicht auf das Wohlbefinden aus der Perspektive der Befragten bietet“.

© Psylex.de – Quellenangabe: Proceedings of the National Academy of Sciences (2023). DOI: 10.1073/pnas.2212867120

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