Verbessern Schuluniformen das Verhalten von Kindern?

Keine Verhaltensverbesserung, keine größere Verbundenheit mit der Schule durch Schuluniformen

21.12.2021 Entgegen dem Glauben vieler Eltern und Lehrer scheinen Schuluniformen keine Auswirkungen auf das Verhalten oder die Anwesenheit junger Schüler zu haben, wie eine neue nationale Studie ergab.

Allerdings berichteten Schüler aus Schulen, in denen Schuluniformen vorgeschrieben waren, in der fünften Klasse über ein geringeres Maß an „Schulzugehörigkeit“ (also Verbundenheit mit der eigenen Schule) als Schüler in Schulen ohne Uniformen.

Die Ergebnisse stammen aus Daten von mehr als 6.000 Kindern im Schulalter.

Viele der Hauptargumente, warum Schuluniformen gut für das Verhalten von Schülern sind, gelten in unserer Stichprobe nicht, sagte Arya Ansari von der Ohio State University.

Die Verhaltensforscher konnten keinen großen Unterschied bei ihren Verhaltensbeobachtungen feststellen, unabhängig davon, ob die Schulen eine Uniformierungspolitik hatten oder nicht.

Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Early Childhood Research Quarterly veröffentlicht.

Die Studie

Befürworter von Schuluniformen argumentieren unter anderem, dass sie die Präsenz an der Schule verbessern und das Gemeinschaftsgefühl stärken, was wiederum zu weniger Mobbing und Kämpfen führt.

Um dies zu prüfen, verwendeten die Forscher Daten aus der Early Childhood Longitudinal Study, die eine landesweit repräsentative Stichprobe von 6.320 Schülern vom Kindergarten bis zum Ende der fünften Klasse begleitet.

Jedes Schuljahr bewerteten die Lehrer jeden Schüler auf drei Ebenen: internalisierende Verhaltensprobleme (wie Angst und sozialer Rückzug), externalisierende Verhaltensprobleme (wie Aggression oder Zerstörung von Eigentum) und soziale Fähigkeiten.

Die Lehrer gaben auch an, wie oft jeder Schüler abwesend war.

Keine Verbesserungen bei Verhaltensproblemen und sozialen Fähigkeiten; Schulpräsenz

Insgesamt wirkten sich Schuluniformen in keiner Klasse auf eine der drei Verhaltensdimensionen aus, und zwar selbst dann nicht, wenn man eine Reihe anderer Faktoren berücksichtigt, die das Verhalten der Schüler möglicherweise beeinflussen könnten.

Die Studie ergab, dass einkommensschwache Schüler in Schulen mit Uniformpflicht etwas häufiger den Unterricht besuchten, aber dieser Unterschied betrug weniger als einen Tag pro Jahr, so Ansari.

Mobbing, soziale Ängste

Die Forscher werteten auch Selbsteinschätzungen derselben Schüler aus, als sie in der fünften Klasse waren. Die Schüler berichteten über ihr Zugehörigkeitsgefühl zur Schule, z. B. darüber, wie nahe sie sich den Lehrern und Mitschülern fühlten. Sie berichteten auch über ihre Erfahrungen mit Mobbing und sozialen Ängsten.

Schuluniformen konnten nicht mit Unterschieden bei Mobbing oder sozialen Ängsten der Kinder in Verbindung gebracht werden. Uniformträger berichteten jedoch über ein geringeres Maß an Zugehörigkeit zur Schule als diejenigen, die Schulen ohne Uniformen besuchten.

Zugehörigkeitsgefühl, Gemeinschaftsgefühl

Die Daten dieser Studie können dieses Ergebnis nicht erklären, so Ansari, aber es gibt einige plausible Gründe, warum dies so sein könnte.

Während Uniformen ein Gemeinschaftsgefühl schaffen sollen, haben sie möglicherweise den gegenteiligen Effekt, sagte er.

Mode ist eine Möglichkeit für Schüler, sich auszudrücken, und das kann ein wichtiger Teil der Schulerfahrung sein. Wenn Schüler ihre Individualität nicht zeigen können, fühlen sie sich vielleicht nicht so sehr zugehörig.

Die Ergebnisse dieser Studie sollten Eltern, Lehrer und Verwaltungsangestellte vor der Annahme warnen, dass Schuluniformen positive Auswirkungen bezüglich der untersuchten Punkte hätten, sagt Ansari.

Schuluniformen sind möglicherweise nicht der effektivste Weg, um das Verhalten und das Engagement der Schüler zu verbessern, schließen die Studienautoren.

© Psylex.de – Quellenangabe: Early Childhood Research Quarterly, 2022; 58: 278 DOI: 10.1016/j.ecresq.2021.09.012

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