Was bewirkt, dass aus einem ersten Date der Beginn einer langfristigen Beziehung wird?

Synchrones biologisches Verhalten ist ein potenzieller Mechanismus für die Partnerwahl beim Menschen

02.06.2022 Sind Sie auf der Suche nach einer romantischen Beziehung? Dann wissen Sie, wie wichtig das erste Date sein kann. Warum fühlen wir uns beim Verlieben zu manchen Menschen hingezogen und zu anderen nicht?

Die Antwort wird die meisten von uns überraschen – nicht aber das Forscherteam unter der Leitung von Dr. Shir Atzil vom Fachbereich Psychologie an der Hebräischen Universität in Jerusalem.

„Die Verbundenheit mit einem Partner hängt davon ab, wie gut wir unsere Körper synchronisieren können. Wir haben uns auf die Untersuchung von Eltern-Kind-Bindungen spezialisiert und haben dort bereits das Gleiche gesehen“, erklärte sie.

Die Studie

Die Forscher untersuchten, wie sich die Physiologie und das Verhalten eines heterosexuellen Paares während der ersten Begegnung aneinander anpassen. Die Studie basierte auf einem Speed-Dating-Experiment, das aus 46 Verabredungen bestand.

Jedes Date dauerte 5 Minuten, während derer der Grad der physiologischen Regulierung jedes Partners mit einem am Handgelenk getragenen Armband aufgezeichnet wurde. Auch Verhaltensweisen wie Nicken, Bewegen eines Arms oder eines Beins wurden bei jedem Partner während des Dates aufgezeichnet.

Nach dem Treffen bewerteten die Paare das romantische Interesse und die sexuelle Anziehung, die sie füreinander empfanden.

Ergebnisse der Studie

Die Studie zeigte deutlich, dass sich Paare romantisch zueinander hingezogen fühlen, wenn sie ihre Physiologie miteinander synchronisieren und ihre Verhaltensbewegungen während der Verabredung an ihren Partner anpassen. Diese Forschungsergebnisse wurden kürzlich in Scientific Reports veröffentlicht.

Interessanterweise zeigte die Studie auch, dass der Grad der Synchronität Männer und Frauen unterschiedlich beeinflusst. Obwohl die Synchronität bei beiden Geschlechtern die Anziehungskraft vorhersagte, fühlten sich Frauen sexuell mehr zu Männern hingezogen, die ein hohes Maß an Synchronität aufwiesen – „Supersynchronisierer“; diese Männer waren für weibliche Partner sehr begehrenswert.

„Unsere Forschung“, so Atzil, „zeigt, dass Verhaltens- und physiologische Synchronie ein nützlicher Mechanismus sein kann, um einen romantischen Partner anzuziehen. Wir wissen jedoch immer noch nicht, ob Synchronität die Anziehungskraft steigert oder ob das Gefühl der Anziehungskraft die Motivation zur Synchronisierung erzeugt“. Ein Forschungsbereich, den Atzil zu untersuchen plant.

© Psylex.de – Quellenangabe: Scientific Reports (2022). DOI: 10.1038/s41598-022-08582-6

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